Infoladen-Bibliothek: Bestellte Bücher ausleihen

Ab März 2021 ist bei der Bibliothek des AZ-Infoladens wieder die Ausleihe von Büchern und Broschüren für drei Monate kostenlos und unbürokratisch möglich: Schickt einfach eine Bestellung per Mail oder als Brief mit euren Kontaktinfos (Name/Pseudonym, Mail oder Telefonnummer) und den Buchtiteln der gewünschten Autor*innen. Wir vereinbaren dann einen Termin zur kontaktlosen Abholung am Tor.
Weiterlesen

Rassistische Polizeigewalt nach Hanau-Gedenkkundgebung in Köln Mülheim am 19.02.21

Im Anschluss an die Hanau-Gedenkkundgebung am vergangenen Freitag in Köln Mülheim formierte sich eine Spontandemostration, welche vom Wiener Platz zur Keupstraße laufen wollte.In der Folge kam es mehrfach zu rassistischer Polizeigewalt. Uns wurden diverse Videoaufnahmen zugespielt, welche wir zur Dokumentation veröffentlichen:   

Zu Beginn des Videos ist zu erkennen, wie der Demonstationszug ohne vorherige Ansprache unvermittelt durch die Cops angegriffen wurde und wie anschließend Bullen auf friedliche Demonstrant*innen einprügeln.In den folgenden Szenen malträtieren mehrere Cops eine PoC, welche sich zuvor auf dem Weg nach Hause befand. Die Cops versuchten dabei mehrfach die Dokumentation rassistischer Polizeigewalt zu unterbinden und zogen eine halbe Armee zusammen, um die Misshandlungen abzuschirmen und ihren Kolleg*innen Rückendeckung zu geben.Die letzte Sequenz zeigt dieselbe Polizeieinheit in der U-Bahn Haltestelle Wiener Platz. Hier griff die Einheit ehemalige Kundgebungsteilnemher*innen an und nahm eine friedliche FLINT* und eine friedliche PoC Person unbegründet und gewaltsam fest.


„Das Verhalten der Cops im Anschluss an die Hanau-Gedenkkundgebung ist nicht auszuhalten! Bei der Kundgebung haben von Rassismus Betroffene den Opfern von Hanau gedacht und dabei auf den Zusammenhang von gesellschaftlich verwurzeltem Rassismus und Rechtem Terror hingewiesen. Und was machen die Bullen? Sie greifen von Rassismus betroffene Personen und Menschen, die sich gegen Rassimus stellen, an. Hier zeigt sich mal wieder was die Cops sind: Keine Verteidiger*innen einer demokratischen, freiheitlichen Gesellschaft, sondern eine feindselige und angriffslustige Schlägerbande zur Aufrechterhaltung eines rassistischen Normalzustandes.“
Sabrina Purple, Autonomes Zentrum Köln


Information an die Presse:
Bevor ihr bei den Cops anruft, diese daraufhin eine Pressefalschmeldung veröffentlicht und die dann ungeprüft abgeschrieben und gedruckt wird, seid doch bitte so nett und sprecht mit den Betroffenen rassistischer Polizeigewalt. Menschen des AZ Köln stellen gerne den Kontakt her und beantworten eventuelle Fragen.

Update: Umbenennung in Albert-Richter-Radstadion

Update: Die Bezirksvertretung Köln Lindenthal hat am vergangenen Montag einstimmig folgenden Beschluss gefasst:
„Die Bezirksvertretung Lindenthal beschließt, den neuen Vorplatz am Radsportzentrum NRW/Radstadion Köln Müngersdorf nach Ernst Berliner zu benennen wenn es eine positive Prüfung der Verwaltung gibt und eine Zustimmung von eventuellen Eigentümern. Die genaue Abgrenzung des Platzes im Müngersdorfer Sportpark wird in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Sportstätten GmbH erarbeitet.“ [1]
Sabrina Purple vom AZ erklärt zum dazu:
Der Beschluss der Bezirksvertretung geht in die richtige Richtung, weist aber Tücken auf:
1. Es besteht weiterhin die Gefahr, dass die Verwaltung der Stadt Köln und die städische Sportstätten GmbH auf die Idee kommen, den Namen des Radstaions an einen privaten Sponsor zu verkaufen.Als AZ sind wir dagegen das eine weitere Sportstätte in Köln nach einem Energiekonzern, einer Biermarke oder sonstigem Quatsch zu benennen.
2. Das Stadion befindet sich im Besitz der Stadt Köln. Die „Zustimmung von eventuellen Eigentümern“ ist daher erst notwendig, sollte die Stadt Köln das Stadion vorher verkaufen. Wir sind gegen die Privatisierung von Sportstätten. Öffentliche Einrichtungen gehören in die öffentliche Hand und mussen demokratisch und nicht privatwirtschaftlich verwaltet werden.
Aus diesem Grund bleiben wir an dem Thema dran und setzen uns für eine aktive Erinnerungskultur und einen antifaschistischen Grundkonsens ein.
[1] https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=803244&type=do&

Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/koelner-radstadion-in-albert-richter-radstadion-und-den-platz-davor-in-ernst-berliner-platz-benennen

Artikel in der Jungle World: https://jungle.world/artikel/2021/02/stadion-fuer-einen-unangepassten

Als Autonomes Zentrum Köln unterstützen wir die Forderung nach Umbenennung des Radstadion Köln in Albert-Richter-Radstadion. Albert-Richter war professioneller Radsportler. Weil er sich im Nationalsozialismus gegenüber seinen jüdischen Mitsportler*innen solidarisch verhielt, wurde er von den Deuschen verhaftet und ermordet.

Darüber hinaus unterstützen wir die Forderung den Platz vor der Stadion in Ernst-Berliner-Platz zu benennen. Ernst Berliner war Jude und Manager von Albert Richter. Berliner floh im Nationalsozialismus vor der Deutschen und rettete somit sein Leben. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kehrte er nach Deutschland zurück, um die Ermordung seines Radsportlers aufzuklären.

Als Autonomes Zentrum Köln halten wir in Zeiten, in denen Nazis wieder in demokratisch gewählten Parlamenten sitzen und faschistische Ideologie verbreiten, eine kämpferische Erinnerungskultur für bitter nötig.

Erinnern heißt handeln!
Erinnern heißt kämpfen!
Für einen antifaschistischen Grundkonsens!
Kein Tag ohne!

Kundgebung: ERINNERN, ANKLAGEN, HANDELN. – Kundgebung zum 20. Jahrestag des NSU – Anschlags in der Probsteigasse

Dienstag, 19.01.21 | 17 Uhr | Probsteigasse, Köln

Facebook Veranstaltung siehe
https://www.facebook.com/events/711613209760344

ERINNERN, ANKLAGEN, HANDELN.Am 19. Januar 2021 jährt sich der Anschlag der Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) in der Kölner Probsteigasse zum 20. Mal. Zu diesem Anlass werden wir um 17 Uhr eine Gedenkkundgebung in der Probsteigasse durchführen. Der Anschlag, sowie weitere rechte Anschläge in Köln, sollen nicht vergessen werden; die Forderung nach Aufklärung nicht verhallen. Anschlag des NSU in der ProbsteigasseBeim Sprengstoffanschlag des NSU in einem Lebensmittelgeschäft in der Kölner Probsteigasse wurde Masha M., die Tochter des Geschäftsbesitzers mit iranischer Migrationsgeschichte, schwer verletzt und überlebte nur durch Glück. Der zweite Anschlag des NSU in Köln traf 2004 die Keupstraße. Über zwanzig Menschen wurden schwer verletzt, auch hier gab es nur durch Glück keine Toten.Nach der Selbstenttarnung des NSU 2011 und einem fünf Jahre andauernden Prozess vor dem Oberlandesgericht München wurde im Sommer 2018 das Urteil gesprochen. Es war für viele Betroffene erneut ein Schlag ins Gesicht. Der Gerichtsprozess um die NSU hat bei Weitem nicht die versprochene lückenlose Aufklärung gebracht.Nicht aufgeklärtDie Polizei ermittelte nach der Tat im Jahr 2001 nicht bzw. unzureichend in die Richtung eines rassistischen Tatmotivs. Im Gegenteil: Zuerst wurde die betroffene Familie verdächtigt. Im Fall der Probsteigasse, wie auch bei anderen Anschlägen des NSU, wurden die Opfer zu Täter:innen gemacht. Die Behörden folgten hier rassistischen Mustern und ordneten People Of Colour einem „kriminellen Milieu“ zu. Im Fall Probsteigasse bleiben weitere Fragen: Wer waren die (Mit-)Täter:innen? Welche Rolle spielte der Verfassungsschutz bei den Taten des NSU? Auch wenn wir keine zufriedenstellenden Antworten von den Behörden erwarten, werden wir weiterhin auf Aufklärung drängen!Rechter Terror in KölnNach der deutschen Wiedervereinigung 1989 kam es bundesweit in den folgenden Jahren zu einem dramatischen Anstieg rechter Gewalt, begleitet von einer medialen Kampagne gegen Geflüchtete. Während in der Politik und der Bevölkerung darüber diskutiert wurde, wie die „Asylantenflut“ einzudämmen sei, waren rassistisch motivierte Ausschreitungen wie in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen oder Anschläge in Hünxe, Mölln und Solingen an der Tagesordnung. Drei weitere Ereignisse reihen sich in diese Aufzählung ein, sind jedoch weit weniger bekannt: Ende 1992 legten unbekannte Täter:innen eine Paketbombe vor die Tür einer türkischstämmigen Familie in Köln-Ehrenfeld. Nur durch Zufall zündete nicht der Sprengsatz, sondern lediglich der Zünder der Bombe, der zwei Menschen schwer verletzte. Sonst hätte es Tote gegeben. Im Frühjahr 1993 versteckten Unbekannte kleine Sprengsätze in Haushaltsgeräten und deponierten sie in Straßen in Köln-Bilderstöcken und Weidenpesch, die überwiegend von Menschen mit Migrationsgeschichte bewohnt waren. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, als sie die Geräte aufhoben. Und schließlich verübten am 26. Januar 1994 Unbekannte einen Brandanschlag auf eine Notunterkunft in Köln-Gremberg, in der unter anderem geflüchtete Roma untergebracht waren. Zwei Menschen starben, sechs weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Vertreter:innen von Behörden oder der Stadt kümmerten sich nicht um die Familie. Stattdessen wurde sie mit Abschiebung bedroht.Unaufgeklärte Anschläge in KölnIn keinem dieser Fälle konnten die Täter:innen ermittelt werden. Ein rassistischer Hintergrund der Taten wurde kaum in Betracht gezogen. Die Perspektiven der Opfer und ihrer Familien spielten keine große Rolle. Die Medien übernahmen größtenteils die polizeiliche Erzählung eines „verrückten Einzeltäters“.Dabei gleichen zwei der vom NSU verübten Anschläge in der Vorgehensweise stark den unaufgeklärten Anschlägen in Köln aus den 1990er Jahren. Neben der Probsteigasse ein Anschlag auf eine türkeistämmige Reinigungskraft in einem Lokal in Nürnberg. Dieser Sprengstoffanschlag gelangte jedoch erst vierzehn Jahre später überhaupt in den Fokus der Ermittlungen, als rechte oder rassistische Gewalt nach der Selbstenttarnung des NSU zu einem nicht mehr zu ignorierenden Thema wurde. Auch und gerade weil die Opfer und Angehörigen diese Auseinandersetzung vehement einforderten.Nährboden für rechte GewaltRechtsterrorismus ist Teil einer viel umfangreicheren Gewalt von rechtsaußen und für die Betroffenen eine alltägliche Realität in Deutschland. Sie vollzieht sich nicht im luftleeren Raum, sondern wird ausgeübt vor dem Hintergrund politischer Debatten und gesellschaftlicher Verhältnisse. Täter:innen fühlen sich bestätigt von einem politischen Klima, in dem sich die Grenzen des Sagbaren online wie offline immer weiter verschieben und die Feindbildbestimmung zur Normalität der politischen Auseinandersetzung geworden ist. Kassel, Halle und Hanau sind der traurige Beweis dafür. Diese von Hetze und Menschenverachtung geprägten Diskussionen werden nicht zuletzt von der AfD vorangetrieben. Die Partei und ihr Umfeld sind geprägt von autoritären Gesellschaftsbildern und propagieren ein als ethnisch homogen gedachtes Volk. Diejenigen, die nicht diesen Vorstellungen entsprechen, sollen ausgeschlossen werden. Viele der selbst ernannten Querdenker:innen verbreiten ähnliche nationalistische Ideen, Antisemitismus sowie Verschwörungserzählungen. Und so bereiten sie zusammen mit AfD & Co den Nährboden für rechte Gewalt .Die Solidarität mit Betroffenen rechter Gewalt muss auch immer ein konsequentes Eintreten gegen den (Alltags-)Rassismus, Antisemitismus und völkischen Nationalismus beinhalten – egal wer ihn vertritt. ​​​​​​​Vor diesem Hintergrund wollen wir am 19.01.2021, dem zwanzigsten Jahrestag des Probsteigassenanschlags, allen Betroffenen und Todesopfern rechter Gewalt gedenken!

Kundgebung: Corona bekämpfen! Menschen schützen, nicht den Kapitalismus!

von Köln Alarm – Aktiv gegen Rechts
Samstag, 16.01.21 | 13 Uhr | Konrad-Adenauer-Ufer 21, Köln

+++ BITTE BEACHTET DEN INFEKTIONSSCHUTZ* +++

Corona ist ein gefährlicher, potentiell tödlicher Virus, an dessen Eindämmung jede/r durch eigenes Handeln mitwirken muss. Die Maßnahmen, die die Bundesregierung aktuell und auch vielfach in den letzten Monaten getroffen hat, dienen aber mehr der Aufrechterhaltung des Kapitalismus als der gesundheitlichen Fürsorge der Bevölkerung. Die Einschränkungen betreffen dabei in erster Linie den Privatbereich, während der Betrieb in Büros und Fabriken weiterhin unter unkontrollierten Hygienebedingungen aufrechterhalten wird und das obwohl wir schon seit der ersten Welle wissen, dass die die gesundheitliche Gefährdung durch Corona nicht nur etwas mit individuellen Verhalten, sondern in großem Maße etwas mit miesen Arbeits- und Lebensbedingungen zu tun hat.

Vollständiger Aufruf siehe Facebook Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/163297001874529

*Infektionsschutz:
– Reist alleine oder nur mit Menschen aus eurem Haushalt an
– Tragt konsequent einen MNS
– Haltet Abstand

Oury Jalloh – Das war Mord!

Kundgebung | Morgen, Donnerstag 07.01.20 | 15 Uhr | Köln Rudolfplatz

+++ Denkt an Schutzmaßnahmen (s.u.) +++

Oury Jalloh verbrannte am 07.01.05 gefesselt und zuvor durch Polizit*innen misshandelt bei lebendigem Leib in Gewahrsam in der Polizeiwache Dessau.
Seit 16 Jahren wehren sich Polizei, Staatsanwaltschaft und Politik mit allen Kräften gegen die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh. Unabhängige Ermittler*innen kommen zu dem Ergebnis: Das war Mord!

Die Kundgebung dient auch dem Gedenken an alle Opfer von Polizei- bzw. Staatsbrutalität und des systematischen Rassismus.

Schutzmaßnahmen:- Tragt durchgehend mind. eine Alltagsmaske. Wenn ihr den Zugriff darauf habt, natürlich auch bessere Masken, bspw. FFP2.- Reist alleine oder mit Personen aus eurem Haushalt an. Wenn es euch möglich ist, verzichtet auf Bus- & Bahn und steigt z.B. aufs Fahrrad um.- Haltet Abstand zueinander.

Tatort Porz: Keine Ruhe nach dem Schuss!

Kundgebung – 30. Dezember 2020 – 13 Uhr – Porz Markt

Aus Anlass des bevorstehenden Strafprozesses gegen den ehemaligen Kölner CDU-Politiker Bähner, der angeklagt ist, vor genau einem Jahr aus rassistischen Motiven auf einen Porzer Jugendlichen geschossen und schwer verletzt zu haben, rufen wir zu einer antirassistischen Kundgebung auf.

Was ist passiert?
Am Vorabend von Silvester 2019 chillen ein paar Jugendliche am Rhein in Porz. Der 72-jährige CDU-Kommunalpolitiker und Porzer Ratsmitglied Hans-Josef Bähner beschwert sich wegen angeblicher Ruhestörung. Bähner soll sie rassistisch beleidigt haben. Es kommt zu einem Wortwechsel. Plötzlich soll der CDU-Politiker eine Schusswaffe gezogen und auf einen Jugendlichen geschossen haben. Ein 20-Jähriger wird schwer verletzt. Zum Glück „nur“ ein Schulterdurchschuss.
Der Kölner Stadtanzeiger macht das Opfer prompt zum Täter und berichtet, der Angeschossene sei „polizeibekannt“. Doch der Betroffene wehrt sich gegen die diskriminierende Berichterstattung. Der mutmaßliche Täter wird von der Kölner Lokalpresse dagegen geschont und hält den Namen des Politikers zehn Tage lang zurück. Erst nachdem Paul Ziemiak, Generalsekretär der CDU, Bähner am 9. Januar auf seinem Twitter-Account outet und dem Opfer „von Herzen eine baldige Genesung“ wünscht, veröffentlicht auch der Stadtanzeiger den Namen des mutmaßlichen Schützen. Daraufhin tritt der Medienanwalt Ralf Höcker, damaliger Geschäftsführer der rechts-konservativen Werteunion, auf den Plan und fordert im Namen seines Mandanten den Generalsekretär Ziemiak via Twitter auf, „diesen rechtswidrigen Tweet“ zu löschen.

Das rechte Netzwerk Bähner befindet sich bei seinem Anwalt in guter Gesellschaft. Denn Höcker vertritt auch zahlreiche AfD-Politiker:innen. Höckers Vorgehen, durch Abmahnungen eine kritische Berichterstattung über seine faschistische und rechts-konservative Mandantschaft zu verhindern, ist einschüchternd und effektiv. Seine Kanzlei am Friesenplatz beschäftigt in beratender Funktion auch seinen Parteifreund Hans-Georg Maaßen, den ehemaligen Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz. Hier schließt sich der Kreis. Denn Maaßen wurde wegen Falschinformationen zu den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz 2018 und der Beratung der AfD zu einem möglichen Verbotsverfahren, aber nicht wegen der Verstrickungen des Geheimdienstes in den NSU-Komplex, in den Ruhestand versetzt.

Baldiger Prozessbeginn
Am 3. März 2021 beginnt der Prozess gegen Bähner am Landgericht Köln. Das Verfahren werden wir begleiten. Nur eine breite und kritische Öffentlichkeit kann verhindern, dass die Betroffenen des rassistischen Anschlags von Porz im bevorstehenden Prozess zu Tätern gemacht werden. Gemeinsam dem rechten Terror entgegentreten, denn niemand ist allein!

Am Jahrestag der rassistischen Tat werden wir in Porz öffentlich darauf aufmerksam machen, was am 30. Dezember 2019 in Porz am Rhein geschehen ist.

Solidarität mit allen Betroffenen rassistischer Gewalt!

https://tatort-porz.org/  Kontakt: info@tatort-porz.org

Bericht zur Kundgebung „Die Stadt gehört uns Allen“

Am Samstag, den 05.12.20 versammelten sich ab 14 Uhr am Rudolfplatz in Köln ca. 200 Teilnehmer*innen zur Kundgebung unter dem Motto „Die Stadt gehört uns Allen“.

Eingeladen hatten Aktive des Autonomen Zentrums Köln, welche sich für den Fortbestand des AZs an der Luxemburger Straße 93 und eine solidarische Stadt für Alle einsetzen.

Mit dabei waren die Alte VHS Bonn, das Autonome Zentrum Köln, Assata im Hof, [ku:] Raum für queerfeministische Dominanz, das Hausprojekt Obdachlose mit Zukunft OMZ, die Initiativen Bürger*innenasyl, Herkesin Meydanı – Platz für Alle und Kein Mensch ist illegal, sowie das Kaffee Güzel.

Die Alte VHS Bonn ist das soziokulturelle Zentrum im Herzen von Bonn. Die Alte VHS soll nach dem Willen der Stadt Bonn im Juni 2021 aus ihrem aktuellen Gebäude ausziehen. Bis dato gibt es noch kein Alternativobjekt, in dem die Aktiven der Alten VHS das aktuelle Angebot fortführen könnten.

Das Autonome Zentrum Köln besteht seit über 10 Jahren und kämpft genauso lange um den Fortbestand. Nach nunmehr zwei Umzügen, soll die derzeitige Liegenschaft ab Mai 2021 abgerissen werden, um eine Wiese auf dem aktuellen Grundstück zu pflanzen. Ernstzunehmende Gründe für den Abriss, geschweige denn angemessene Alternativimmobilien bot die Stadt den Autonomen auch nach jahrelangen Verhandlungen noch nicht an.

Assata im Hof ist ein feministischer Raum für FLINT* in Köln, welcher nach langen Verhandlungen und Dank dem öffentlichen Druck von Unterstützer*innen vor einigen Wochen einen 20-jährigen Nutzungsvertrag aushandeln konnte.

[ku:] Raum für queerfeministische Dominanz wurde erst kürzlich in der Kölner Südstadt gegründet und wagt in Zeiten der Corona-Krise die Eröffnung von benötigtem Raum für – wie der Name des Projektes aussagt – queerfeministische Dominanz in Köln.

Das Hausprojekt Obdachlose mit Zukunft OMZ entstand Anfang 2020 durch die Besetzung eines leerstehenden Gebäudes durch bis dato von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen. Derzeit bewohnen ca. 40 Personen das Gebäude und die ehemalige Besetzung entwickelt sich zu einem sozio-kulturellen Zentrum von unten mit Beispielcharakter weit über Köln hinaus.

Die Initiative Bürger*innenasyl unterstützt Geflüchtete vor der Abschiebung in ihre Herkunftsländer oder vor Rücküberführungen nach dem Dublinverfahren, indem sie privaten Wohnraum als Schutzraum organisiert und an Abschiebungsbedrohte vermittelt.

Herkesin Meydanı – Platz für Alle setzt sich für eine selbstbestimmte Erinnerungskultur und politische Bildung in Köln Mülheim ein. Zentrales Anliegen ist die Schaffung eines Gedenkortes an der Keupstraße aufgrund der Bombenanschläge durch den NSU in der Kölner Keupstraße und Probsteigasse, sowie den jahrelangen, rassistisch geprägten Ermittlungsarbeiten deutscher Sicherheitsbehörden.

Kein Mensch ist illegal ist ein bundesweites Netzwerk antirassisitischer Gruppen, die sich für das Aufenthaltsrecht aller Menschen einsetzt.

Das Kaffee Güzel war ein unkommerzieller Kulturraum, welcher Mitte diesen Jahres seine Räumlichkeiten verlassen musste. Das Kaffee Güzel, das OMZ und das Autonome Zentrum eint, dass alle drei Projekte früher oder später für die Erweiterung des inneren Grüngürtels verschwinden sollen.

Gemeinsam sprachen sich die Beteiligten für eine solidarische Gestaltung der Kölner Stadtgesellschaft von unten aus. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie gilt es, die Vernetzung und Zusammenarbeit aller linken und emanzipatorischen Akteur*innen in Köln zu etablieren und zu festigen.

Es ist an uns, entgegen den kapital- und profitfokussierten Interessen der Stadtregierung, eine gemeinschaftliche und zivilgesellschaftliche Gegenkraft auszubauen und das gute Leben für Alle zu erkämpfen.“ erklärte Sabrina Purple, Pressesprecherin des Autonomen Zentrums Köln am Ende der Kundgebung.

Kulturelles Programm, welches in Zeiten der globalen Corona-Pandemie in weiten Teilen zum Erliegen kam, brachten an diesem Nachmittag die im AZ Köln probende Punkband Rainbow Dash sowie die Rapperin & Soulsängerin Fleur Earth auf den Rudolfplatz. Leider musste das Orga-Team der Veranstaltung im Nachhinein feststellen, dass Fleur bzgl. der aktuellen Corona-Pandemie Meinungen und Weltanschauungen vertritt, von denen sich das AZ Köln klar distanzieren.

Durch erfreuliche Abwesenheit glänzten an diesem Tag das Ordnungsamt und die Polizei Köln, welche nur zu Kundgebungsbeginn für wenige Minuten vor Ort waren und damit gleichzeitig das Desinteresse von staatlicher Seite an einer Stadt für Alle von unten zum Ausdruck brachten. Eine gewohnte Einsatzplanung nach der Bewerbung einer Kundgebung durch das Autonome Zentrum Köln mit Unmengen an Hundertschaftpolizit*innen hätte zweifelsohne zu noch mehr öffentlicher Aufmerksamkeit geführt, welche die Planer des Ausverkaufs städtischen Lebensraumes offensichtlich so gering wie möglich halten wollten.

Wir sind gekommen um zu bleiben!

Kein Tag ohne!

Die Stadt gehört uns Allen!

OMZ – Obdachlose mit Zukunft zieht erst 2021 um

Eigentlich wollte die Stadt Köln, dass die Bewohner*innen des Projektes Obdachlose mit Zukunft bereits diese Woche – mitten in der Corona Pandemie und in der Vorweihnachtszeit – in ein Interimsgebäude in Köln Deutz umziehen.

Nachdem die Bewohner*innen letzte Woche bei Renovierungsarbeiten Schwarzschimmel unter frisch geklebten Tapeten fanden, wurde der Umzug nun auf nächstes Jahr verschoben.

Den Schimmel im Gebäude in der Gummersbacher Straße hatten die Menschen des OMZs bereits im Herbst entdeckt. Die Stadt sagte zu, diesen vor Einzug sachlich korrekt entfernen zu lassen. Wieso der Schimmel lediglich mit Tapete überklebt wurde, ist nicht zu verstehen. Entweder wurde die Stadt vom beauftragten Unternehmen verarscht, oder die Stadt Köln versuchte, die Menschen des OMZs zu verarschen. Gut, dass die Bewohner*innen genau hingesehen haben.“ Sabrina Purple, Pressesprecher*in AZ Köln

Die Stadt hat nun zugesichert in einem zweiten Anlauf den Schimmel zu entfernen. Der Umzug findet daher erst im kommenden Jahr statt.

Das derzeit geplante Gebäude entspricht nicht den Kriterien der Betreiber*innen des OMZs. Es bietet zwar Wohnraum, jedoch keine Gemeinschaftsräume und Werkstätten, wie es in der aktuellen Immobilie der Fall ist. Außerdem ist die Nutzung des Gebäudes in der Gummersbacher Straße auf zwei Jahre begrenzt. Wir Menschen des Autonomen Zentrums Köln werden daher weiterhin wachsam die Verhandlungen zwischen unseren Friendz* vom OMZ und der Stadt Köln beobachten und – falls notwendig – den Druck auf die Stadtpolitik und Verwaltung erhöhen.“ fährt Sabrina Purple fort.

Kein Tag ohne OMZ!
Kein Tag ohne AZ!
One struggle, one fight! OMZ und AZ bleibt!
Die Stadt gehört uns ALLEN!

Fight Fortress Europe!

Im Zuge der Seebrücke Köln Aktionswoche möchten wir auf die tödliche Abschottungspolitik der Europäischen Union hinweisen.

Die Friedensnobelpreisträgerin EU trägt die Schuld an den Toten im Mittelmeer und an den Außengrenzen. Sie trägt dich Schuld an illegalen Pushbacks und an Folter, Inhaftierung und Menschenrechtsverletzungen an flüchtenden Menschen.
Bewegungsfreiheit für alle Menschen kann es nur ohne Europa geben.

Europa bekämpfen!
Grenzen einreißen!

#fightfortresseurope #LeaveNooneBehind #keinMenschistillegal