Kritischer Stadtteilspaziergang Köln Ehrenfeld

Ort: Gergard-Wilczek-Platz | Bahnhof Köln-Ehrenfeld Ostausgang
Zeit: Freitag, 19.07.19 um 20 Uhr | Der Spaziergang startet pünktlich!

Ehrenfeld ist im Wandel. Das einst von Pluratität, Kreativität, Kultur Arbeiter*innenschaft und migrantischem Miteinander geprägte Veedel befindet sich im Wandel. Köln Ehrenfeld ist dabei nur ein Beispiel für viele Veedel in Köln. Die Entwicklung steigender Mieten, die Verdrängung von Kultur und Freien Räumen ist auch in anderen Veedeln zu beobachten, ob links- oder rechtsrheinisch.

Der kritische Stadtteilspaziergang führt vorbei an unterschiedlichen Orten der Veränderung bis Verdrängung. Am Beispiel Ehrenfeld soll die negative Entwicklung weg von einer Stadt für Alle aufgezeigt werden und dialogisch über Alternativen zu einer solchen Entwicklung nachgedacht werden.

Der kritische Stadtteilspaziergang ist Teil des Freiraum- & Vernetzungswochenende Köln, welches von unterschiedlichen Gruppen, Personen und Projekten organisert und unterstützt wird.

Freiraum & Vernetzungswochenende Köln

Veranstaltung von Unterstützer*innen emanzipatorischer Projekte in Köln:

Vom 19. – 21. Juli 2019 findet in Köln ein Freiraum- & Vernetzungswochenende statt. Neben dem Autonomes Zentrum Köln, Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“ & Bwp osterinsel sind inzwischen zahlreiche weitere selbstverwaltete Projekte in & um Köln bedroht oder stehen ohne Bleibe da. Zudem herrscht generell ein akuter Mangel linker und selbstbestimmter Freiräume in der Rheinmetropole.

Dieses Wochenende soll nun allen bedrohten Projekten eine Bühne bieten und in enger Kooperation eine Vernetzungsplattform aller Supporter*innen, Interessierten und Projekte in Selbstverwaltung, ob bedroht oder nicht, ermöglichen!

WIR! BLEIBEN!! ALLE!!!

Der genaue Veranstaltungsort wird kurzfristig bekannt gegeben. Eintritt frei – Spenden willkommen! Gäste aus anderen Städten sind herzlichst eingeladen – es wird Übernachtungsmöglichkeiten geben. Stay tuned!

Programm:

Fr, 19.07.
20 Uhr – Kritischer Stadtspaziergang @ Bf Ehrenfeld
21 Uhr – Konzert: Disgusting News & Die Heftigen Joes
23 Uhr – Party: Aesthetik & Zerstoerung

Sa, 20.07.
11 Uhr – Brunch (Vegan)
Ab 12 Uhr – Vorträge/Workshops
16 Uhr – KüfA (Vegan)
18 Uhr – Film: Freie Räume – Eine Geschichte der Jugendzentrumsbewegung + Diskussion mit Regisseur
21 Uhr – Konzert: Ibex + TBA
23 Uhr – Party: TBA

So, 21.07.
11 Uhr – Brunch (Vegan)
Ab 12 Uhr – Vorträge/Workshops
15 Uhr – Singer/Songwriter + Kaffe & Kuchen (Vegan)
16 Uhr – KüfA (Vegan)

Programmupdates folgen!

Demo: gegen Naziterror und Rechtsruck!

Gestern waren wir zur Demo: Gegen Naziterror und Rechtsruck! mit 600 Antifaschist*innen auf der Straße.

„Spätestens nach der Selbstenttarnung des NSU vor acht Jahren sollte klar sein: Im Kampf gegen Nazis können wir uns nicht auf den Staat verlassen – Verfassungsschutzbehörden finanzieren, decken und bauen Nazistrukturen auf, während Betroffene Rechten Terrors kriminalisiert werden.
An dieser Behördenpraxis hat sich seit 2011 absolut nichts geändert. Wie sonst kann es möglich sein, dass Ermittlungsbehörden behaupten, der Rechtsterrorist Stephan Ernst sei seit über zehn Jahren in der rechtsextremen Szene nicht mehr aktiv gewesen, während das antifaschistische Recherchekollektiv Exif in Zusammenarbeit mit dem ARD-Magazin Monitor nachweisen konnte, dass Ernst im März diesen Jahres an einem Treffen der rechtsterroritischen Vereinigung Combat 18 teilnahm?“
fragt Sabrina Purple, Pressesprecher*in des AZ Köln.

Für uns steht fest:
Antifaschismus heißt Busfahren – z.B. nach Chemnitz.
Antifaschismus heißt Recherchearbeit – siehe Exif Recherche.
Antifaschismus heißt Handarbeit – nette Worte bringen Nazis nicht davon ab Nazisachen zu machen.
Alerta Alerta Antifascista!

Foto @infozentrale

Rede von Christoph Klausig (CDU) zum AZ Köln im Rat der Stadt am 14.02.2019

Die Stadt Köln hat das Protokoll der Ratssitzung vom 14. Februar 2019 veröffentlicht, bei dem die AfD kläglich scheiterte, ihren Schmutz auf andere zu werfen und Das Autonome Zentrum in Köln zu verunglimpfen.

Wir veröffentlichen die Rede von Christoph Klausing von der CDU-Fraktion zu Dokumentationszwecken. Die Rede von Jörg Frank (Bündnis 90 / Die Grünen) ist auf der Seite der Stadt Köln nachlesbar.

Es gibt auch eine Hörversion des Schlussteils unter https://www.youtube.com/watch?v=EDVW92eQQlQ

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Heuchler ist schon das passende Stichwort. Schauen wir uns doch einmal genau an, wer hier denn der Heuchler ist, wer es wagt, sich hier hinzustellen und so zu hetzen wie die AfD.

Es ist eine absolute Frechheit, was hier passiert ist.

Beifall

Ich hatte beim kurzen Querlesen der Tagesordnung bzw. bei der Überschrift Hoffnung, dass in der AfD so ein kleines Stückchen Selbstironie mit dabei ist, wenn davon die Rede ist, dass Köln nicht länger Verfassungsfeinde beherbergen dürfe. Da dachte ich: Juchhu, als Antrag wird uns mitgeteilt, dass die AfD in Köln sich selbst auflöst. Das wäre doch einmal etwas gewesen, dem ich hätte zustimmen können.

Beifall

Dann aber mit solchen taktischen Raffinessen zu kommen – Herr Tritschler, doof sind Sie nicht -, abschnittsweise abstimmen zu lassen, zum Beispiel über einen Antrag: „Der Rat der Stadt Köln bekennt sich zu seinem Beschluss vom 18. Dezember 2018 auf Grundlage des Antrages AN/1865/2018.“ Es ist raffiniert, uns damit aufs Glatteis führen zu wollen. Ich werde den Antrag mit Freude gleich ablehnen, und zwar Punkt für Punkt für Punkt für Punkt.

Die Frechheit von Ihnen ist, dass Sie wollen, dass wir gegen uns selbststimmen, und selbst haben Sie im Dezember auch dagegen gestimmt. Da schauen wir uns doch jetzt einmal an, wo die Heuchelei ist, die Sie hier betreiben.

Beifall

Wir haben im Dezember mit den demokratischen Fraktionen, den Gruppen und der LINKEN beschlossen – O-Ton -:„Daher lehnen wir die Überlassung von Räumen, die zur Durchführung von Veranstaltungen genutzt werden sollen, in denen rassistisches, antisemitisches, salafistisches, antidemokratisches, sexistisches, gewaltverherrlichendes oder anderes menschenfeindliches Gedankengut dargestellt oder verbreitet werden soll, ab.“

Das ist doch eine ganz klare Kante.

Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass sehr liberale, sehr libertär denkende Menschen einen solchen Antrag ablehnen wollen würden, weil sie der Meinung wären, der Staat soll auch sehr viel Extremismus aushalten. Solche politischen Meinungen gibt es. Da könnte man überlegen: Hm, gibt es in der AfD vielleicht auch solche Leute? – Aber ganz offensichtlich – da fängt die Heuchelei nämlich an – bei Ihnen nicht.

Hätten Sie aus diesen Gründen im Dezember diesen Antrag abgelehnt, weil Sie Libertäre sind, dann hätten Sie heute Ihren eigenen Antrag zum Autonomen Zentrum so niemals stellen dürfen. Damit haben Sie sich selbst entlarvt.

Warum konnten Sie im Dezember dem Antrag nicht zu-stimmen? Haben Sie ein Problem mit Sexismus? Haben Sie ein Problem mit Demokratie, mit Salafismus, mit Antisemitismus, Rassismus oder Menschenfeindlichkeit? – Ich glaube, dass Sie mit ziemlich vielen von diesen Punkten ein Problem haben, und das ist Ihr Problem!

Deswegen sind Sie der Heuchler hier, Herr Tritschler.

Beifall

Dass im Autonomen Zentrum Linksextremisten und Verfassungsfeinde unterwegs sind, ist doch vollkommen unbestritten. Es sind dort vier Gruppen, wie die Landesregierung sagt, die Verfassungsfeinde sind. Das ist doch vollkommen unbestritten. Aber was beantragen Sie denn? – Sie beantragen hier, dass die Interessengemeinschaft Autonomes Zentrum hier nicht weiter beherbergt werden soll. Das ist doch etwas völlig anderes. Im Autonomen Zentrum finden Sportangebote statt. Dort finden Partys statt. Dort finden Do-it-yourself-Angebote statt. Es gibt dort einen Umsonst-Laden. Es gibt dort sehr viele Angebote wie ein Frauen-Lesben-Stockkampftraining. Das ist jetzt vielleicht nicht das Angebot, das auf mich zutrifft.

Heiterkeit

Ich behaupte, dass das Autonome Zentrum wahrscheinlich eher links und weniger bürgerlich ist. Ich gestehe auch gern ein, dass im AZ die CDU-Quote wahrscheinlich relativ gering ist. Ich will Ihnen aber ganz ehrlich sagen: Auch wenn der Lifestyle dort nicht mein Habitus ist, sehe ich es freudestrahlend, wie diese Leute in Köln sind. Ich sehe es mit Freuden, wie das AZ in Köln ist.

Beifall

Denn ich sage: Auch ein AZ hat in Köln einen Raum. Wir müssen uns mehr über Freiräume unterhalten. Wir müssen mehr aushalten. Deswegen sage ich:

AZ bleibt in Köln!

Aber nicht an diesem Platz. Genau das ist der Unterschied zwischen uns und Ihnen, Herr Tritschler. Das ist der Unterschied zwischen der CDU und der AfD. Sie spalten, Sie sind Reaktionäre. Wir sind für die Gemeinschaft in der Gesellschaft. Wir wollen die Vielfalt in der Gesellschaft. Sie sind mehr Sozialist, als Sie zugeben wollen, weil Sie sich für klüger halten. Sie wollen eine Gesellschaftsordnung, in die Sie Menschen hineinpressen. Sie wollen einen Verbotsstaat. Sie achten nicht auf den Menschen, sondern nur auf den Staat. Sie wollen Menschenknechten. Wir wollen, dass jeder Mensch sich in unserer Gesellschaft frei entfalten kann. Deswegen werden wir Punkt für Punkt Ihren Antrag ablehnen.

Beifall

Mit Rauch & Glitzer gegen die AfD

Nach dem für die AfD missglückten Auftakt zum Europawahlkampf im Bürgerhaus Kalk am vergangenen Sonntag, will die AfD ihren zweiten Bürger*innen Dialog im Forum der Volkshochschule (VHS) im Rautenstrauch-Jost-Museum veranstalten. Sowohl die VHS als auch das Rautenstrauch-Joest-Museum wollen die ungebetenen Gäste nicht empfangen. Nur aufgrund von massivem Druck seitens der Stadt Köln auf die VHS muss sie ihre Räumlichkeiten der AfD zur Verfügung stellen. Zusätzlich zum „Dialog“ hat die AfD eine Kundgebung hinter der VHS angemeldet.

Wir – das Autonomes Zentrum (AZ), das Bündnis Köln gegen Rechts (KgR) die SSK Salierring und der Wagenplatz „Wem gehört die Welt“ rufen zu Protesten auf. Köln gegen Rechts hat bereits eine Kundgebung ab 18 Uhr am Rautensrauch Jost Museum angemeldet, welche aufgrund polizeilicher Auflage nur hinter dem Museum stattfinden kann. Daher wird es auch eine Demonstration vom AZ zur VHS geben, um lautstark zu zeigen, dass wir die rassistische Propaganda der AfD nicht zulassen.

Die AfD steht für Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie. Sie vertritt eine neoliberale, marktradikale Wirtschftspolitik und tritt ein für eine Ausgrenzung von Allen, die nicht in ihr patriarchiales und nationalistisches Weltbild passen. Sie treiben den Diskurs um die Abschottung Europs weiter voran. Erst vergangenes Wochenende lobte AfD Parteivorsitzender Meuthen den italienischen Innenminister Salvini (Lega Nord) für seine Flüchtlingspolitik. Salvini verwehrt dem Rettungsschiff ‚Alan Kurdi‘ der zivilien Organisation Sea-Eye, das Anlegen in italienischen Häfen. Die 64 geretteten Menschen müssen nun weiter auf unbestimmte Zeit auf See verbringen während auf dem Schiff das Trinkwasser knapp wird. Dies wollen wir weder tolerieren noch ohne Widerstand hinnehmen. Daher rufen wir gemeinsam zur Demo ‚Mit Rauch und Glitzer gegen die AfD‘ auf.

Am 13.4. feiert das AZ den 9. Geburtstag. Das hält uns nicht davon ab, auf die Strasse zu gehen. Kommt um 16:30 zum AZ. Von dort gehen wir Richtung VHS und werden uns dem gesellschaftlichen Rechtsruck in den Weg stellen! Keine Bühne der AfD – kein Raum für menschenfeindliches Gedankengut!

Repression nach Stadthausbesetzung?

Wenn ihr von Repression betroffen seid, denkt daran, ihr seid damit nicht allein! Ihr könnt auf die Unterstützung der beteiligten Gruppen und Projekte zählen. Habt ihr also Post von Polizei oder Staatsanwaltschaft erhalten, schreibt eine Mail an rabAZ@riseup.net. Denkt dabei daran weder euch noch andere zu belasten. Auch wenn ihr euch selber Unterstützung suchen wollt, informiert uns gerne.

Zur Aktion im Stadthaus gab es von den Beteiligten unterschiedliches Feedback. Uns ist es wichtig dieses aufzugreifen, den Raum für weiteres Feedback zu geben und mit euch im Gespräch zu sein. Daher findet ein gemeinsames Reflektionstreffen statt:
Donnerstag, 07.03.19 um 19 Uhr im Autonomen Zentrum Köln
Wir würden uns freuen, wenn ihr kommt. Für Getränke und Snacks während einem gemütlichen Zusammensein ist gesorgt.

Konstruktive Kritik ist wichtig, damit auch bei zukünftigen Aktionen Menschen sich wohl und sicher fühlen und ein möglichst breiter Kreis von Unterstützer*innen sich empowert fühlt daran teilzunehmen.

Vortrag bei „Linke Basics“ 21.12.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Linke Basics“ wird die Frage gestellt: „Wie geht’s weiter mit dem Autonomen Zentrum?“

Die Veranstaltung findet am 21. Dezember im Nobiko, Köln-Kalk (Link) statt. Da die Loge und die erste Reihe-Plätze bereits ausverkauft ist, entscheidet nun eure.  Pünktlichkeit.

#AZbleibt – KEIN TAG OHNE! AUTONOMES ZENTRUM!

Warum musste Amad Ahmad sterben? Wir fordern Aufklärung, jetzt!

„Am Samstag, dem 15. Dezember, wollen wir ab 13.30 Uhr in Geldern, mehr als zwei Monate nach Amads Tod in der JVA Kleve, für die sofortige Aufklärung der Umstände seines Todes demonstrieren.

Wir haben viele Fragen: An das Justizministerium, an die Polizei und an die Beamt*innen, die seinen Tod zu verantworten haben, weil sie Amad unrechtmäßig in den Knast gesteckt haben.
Dass Amad „verwechselt“ wurde, können wir uns kaum vorstellen. Wir haben in den vergangenen Jahren den Rassismus der Polizei in Geldern selber erlebt. Wie die Polizei in Geldern mit Flüchtlingen, mit Migrant*innen, aber auch mit uns – Menschen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, die hier seit vielen Jahrzehnte leben – umgeht, ist nicht akzeptabel. Auch Amad wurde bei seiner angeblichen “Verwechslung” Opfer dieses Rassismus, weil die Polizei sich für einen Flüchtling offenbar nicht die Mühe machen wollte, Personalien, Fotos, Fingerabdrücke, Wohnorte und Herkunft zu überprüfen. Sie hielten ihn sowieso schon für einen Kriminellen.

Wir sind auch wütend, weil Amad zu den Vorwürfen, die unter anderem der NRW-Innenminister Herbert Reul gegen ihn erhoben hat, nichts mehr sagen kann. Amad ist tot aber der Innenminister hatte kurz nach seinem Tod nichts besseres zu tun als ihm etliche Verdachtsfälle anzukreiden. Wir fragen uns: Funktioniert so der Rechtsstaat? Ist ein Verdacht schon ein Gerichtsurteil?

Seit Amad tot ist, haben wir viele Fragen, die bis heute unbeantwortet sind. Wir werden das nicht hinnehmen und wollen mit der Demonstration durch Geldern ein erstes Signal setzen, dass wir unverzüglich die volle Aufklärung fordern.

Das sind einige unserer Fragen:
Wieso hat man Amad nicht geglaubt, als er gesagt hat, dass er nicht der Gesuchte ist?
Wieso sollte Amad nur einmal gesagt haben, dass er nicht der Gesuchte ist? Wir kannten ihn anders, so war er nicht.
Wieso haben weder die Polizei noch die Justiz Amad einen Dolmetscher zur Verfügung gestellt, obwohl er kaum deutsch sprach?
Wer hat in der JVA Kleve die Gegensprechanlage ausgeschaltet, als es in Amads Zelle schon 15 Minuten lang gebrannt hat?
Warum hat uns niemand darüber informiert, dass er in Haft sitzt?
Warum wird behauptet, dass Amad nicht wollte, dass seine Eltern wissen, dass er in Haft sitzt?
Warum hat uns niemand gesagt, dass er im Krankenhaus liegt?
Wieso wird behauptet, dass er Selbstmord begangen haben soll? War er überhaupt suizidal?
Was wäre mit Amads Leichnam passiert, wenn sein Vater nicht aus den Medien vernommen hätte, dass er gestorben sei?
Wieso wurde erst nach mehr als zwei Wochen nach dem Brand und kurz nach seinem Tod ein externer Brandsachverständiger hinzugezogen?
Warum wurde Amads Zelle so oft nach dem Brand geöffnet?
Hat Amads Tod einen ähnlichen rassistischen Hintergrund wie der Fall Oury Jalloh im Jahr 2005 in Dessau?
Wir fragen uns außerdem, wie es sein kann, dass die Beamt*innen, die für seine unrechtmäßige Inhaftierung verantwortlich sind, weiterhin als Polizist*innen in Geldern arbeiten dürfen.
Wer schützt uns, wer schützt die Menschen vor diesen Polizist*innen?

Wir wollen alle Interessierten und alle Demo-Teilnehmenden dazu aufrufen, in bunter Kleidung zu erscheinen und jegliche Parteifahnen, seien es kurdische oder deutsche, zu Hause zu lassen. Es geht um unseren Freund Amad, das Gedenken an ihn und um die Aufklärung der Umstände seines Todes.
Wir werden selbst Materialien und Parolen bereit stellen, um der Demonstration einen würdigen Rahmen zu geben. Transparente, die auf Rassismus und zum Beispiel den Fall Oury Jalloh hinweisen, sind ausdrücklich erwünscht. Wir sehen hier viele Parallelen.

Treffen ab 13:30 Uhr am Bahnhof Geldern

Initiative Amad A“

Hysterie* wegen Sprenung durch Autonome in Köln

Der Besuch von 50 nicht vermummten aber durchaus verärgerten Autonomen genügt, um bei cirka 20 Besserverdienenden Immobilienbesitzenden und Wohlstandslinken jede Dialogbereitschaft über Bord zu werfen.

Es bestand gar nicht erst der Versuch darin, den Grund des Unmuts zu verstehen, bei jenen, die bloß kamen zur Samstag morgendlichen Unterhaltung. Das Programm versprach die städtische Obrigkeit auf der Bühne samt überbezahlter Architekturschar. Jene, denen Begriffe wie etwa „Entdeckerhain“ zu (von Rollrasen umgebenden) Betonklötzen einfallen; dort wo es freilich nicht mehr zu entdecken gibt, was zuvor von ihrem schweren Gerät platt gewalzt worden ist. Ob der Weg links um den Baum führt oder doch eher rechts herum sollten Fragen sein, die besprochen werden durften befand die Stadt Köln und Fürst Eifelwall vom Grünflächenamt.


Die in ihrem Gebäude bedrohten Aktivist_innen des Autonomen Zentrums sollten auf keinen Fall Thema sein. Dabei würden sie gerne links vom Baum und Weg stehen bleiben wollen. Weder davon, noch von ihren Ideen eines zu entdeckenden grünen Innenhofes und ökologisch wertvoll begrünten Dächern, sollte hier irgendeine Rede sein. Als die Mehrheit im Saal forderte, dies dann aber doch auch diskutieren zu wollen, gingen die Fürstentümer der Verwaltung beleidigt und gemeinsam mit den bauchlinken Leberwürsten fluchtartig nach draußen. Im Gefolge der rasende Reporter des städtischen Anzeigers, der bereitwillig aufnahm was ihm mitgegeben worden war: Die Sprengung der Veranstaltung!

 

*Content Warnung wegen Übergriffigkeit/Vergewaltigung zu einem unserer Postings im Rahmen unserer #AZbleibt-Kampagne.

Um die Berichterstattung des Kölner Stadt-Anzeigers und den Umgang einzelner Bürgerinitiativen mit unserer Kritik an der Stadt zu beschreiben wurde unreflektiert der Begriff „Hysterie“ verwendet.

Hierfür entschuldigen wir uns und haben uns entschieden über den Begriff aufzuklären.

Unter Hysterie wird bzw. wurde eine neurotische Störung verstanden, die unter anderem mit oberflächlicher, labiler Affektivität und einem hohen Bedürfnis nach Geltung und Anerkennung einhergeht.
Schon in antiken Beschreibungen sprach man von Hysterie als Frauenkrankheit, man ging damals davon aus, dass die Gebärmutter, wenn sie nicht regelmäßig mit Samen (Sperma) gefüttert werde, im Körper suchend umherschweife, bis zum Herzen aufsteigen könne und sich dann sogar am Gehirn festbeiße. Dies führe dann neben weiteren Krankheitssymptomen zum typischen „hysterischen“ Verhalten. Angebliche Krankheitssymptome waren bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie z.B. Ichbezogenheit, Geltungsbedürftigkeit, Kritiksucht, Unreflektiertes Verhalten, etc.
Man entwickelte Behandlungsmethoden, welche noch im frühen 20. Jahrhundert angewandt wurden. Man verheiratete unverheiratete Hysterikerinnen oder brachte die „Patientin“ zum orgasmus, um sie dadurch zu „beruhigen“ bzw. durch regelmäßigen Geschlechtsverkehr Schmerzen zu lindern.
Erst in den 1980er-Jahren bekamen viele kritische Auseinandersetzungen mit dem Konzept der Hysterie Gehör, mit dem Ergebnis, dass der Begriff aus der medizinischen Fachsprache gestrichen wurde.
In der Umgangssprache lebt der Begriff Hysterie jedoch weiter. Damit meint man einen Menschen oder ein Verhalten, das durch Theatralik, übertriebene Emotionalität und einen übertriebenen Ausdruck von Gefühlen (teils mit sexuellem Anstrich) gekennzeichnet ist.
Und gerade dieses Verhalten wird FLTI*s (FrauenLesbenTransInter) oft vorgehalten. Wir werden gefragt ob wir unsere Tage hätten und deshalb so „emotional/aggressiv/dramatisch/genervt“ seien, uns wird Kritik abgesprochen weil wir sie zu emotional vortragen, wir werden aufgrund von Emotionen nicht ernst genommen, uns wird ein zu hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit vorgeworfen und wir würden Handlungen nicht genug überdenken.
Das ist nur eine kurze Erklärung dazu warum Hysterie/hysterisch keine Begriffe für emanzipatorischen Sprachgebrauch sein sollten. Im Internet finden sich unzählige kritische Auseinandersetzungen mit dem Begriff.

Zu Dokumentationszwecken haben wir uns entschieden den Posting zu ergänzen, ihn nicht zu löschen oder dergleichen.

Hysterie* wegen Sprengung in Köln nach #AZbleibt-Protest im KSTA: Der Besuch von 50 nicht vermummten aber durchaus…

Gepostet von Autonomes Zentrum Köln am Montag, 3. Dezember 2018

Fakt or Fake? Die Argumentationshilfe für unser AZ im Park

Die Diskussion um Parkstadt Süd ist durch persönliche Interessen von vielen Seiten geleitet. In Diskussionen mit politischen Akteur_innen und kritischen Bürger_innen werden daher gerne Probleme aufgeführt, um den Verbleib des Autonomen Zentrums im Park zu verhindern oder zu erschweren.
Nachfolgend werden die Punkte aufgezählt und in sachlicher Form entkräftet.
1. Das Autonome Zentrum Köln sei besetzt.
Nein, ist es nicht.
2. Das Autonome Zentrum solle sich an Verträge halten
Das tut es. Die Forderung ist daher ungerechtfertigt und impliziert zugleich einen Vorwurf der jeglicher Grundlage entbehrt: Das Autonome Zentrum ist allen vertraglichen Verpflichtungen bisher nachgekommen.

3. Die Politik und die Verwaltung stünde auf unserer Seite.
Dem ist nicht so. Es gibt keine Sicherheit für das AZ Köln. Das AZ Köln ist räumungsbedroht. Punkt. Worte sind ein Anfang. Beschlüsse sind Fakten sind unsere Forderung! Denn zwar haben sich einige hochrangige Angestellte der Stadt für das AZ (mehr oder weniger) ausgesprochen, andererseits planen andere hochrangige Angestellte nach unseren Informationen weiterhin die Räumung des Autonomen Zentrums.

4. Es gebe keine demokratische Grundlage für den AZ-Erhalt.
Das ist nicht wahr. Der vom Rat verabschiedete Bebauungsplan aus dem Jahr 2012 sieht zwar den Abriss bestehender Gebäude am Eifelwall vor. Der Rat hat – quasi als Gegengewicht zur damals groben Planung – die enge Einbindung der Bürger_innenschaft gefordert und über die Beteiligungswerkstätten eine Tür geöffnet, die frühe Planung nochmals kritisch zu reflektieren.
4. Das AZ mache keine Kompromisse.
Das AZ hat sehr früh aktiv Vorschläge eingebracht für eine konfliktfreie und integrative Lösung. Die Stadt hat sich jedem besseren Argument verweigert und beharrt auf die Umsetzung eines Bebauungsplans, der aus einer Zeit stammt in der die heutigen Bedürfnisse noch nicht bekannt waren. Bisher hat die Stadt keine Tür geöffnet, um überhaupt Kompromisse zu diskutieren. Konzeptionell haben wir beispielsweise Möglichkeiten für eine clevere Wegeführung gemacht und auch die Öffnung des Autonomen Zentrums in den Park architektonisch in Aussicht gestellt. Die Stadt weigert die Möglichkeit zu betrachten, das AZ in den Park zu integrieren trotz klarem Votum der Beteiligten (Beteiligungsergebnis 8.7.2017). Deshalb fordert das AZ von der Politik, kritische Fragen an die Verwaltung zu stellen und für eine integrative und kooperative Lösung zu werben. Das Autonome Zentrum Köln unterstreicht ausdrücklich den Wunsch aller Bürger_innen nach Naherholung und Grünflächen bei Beachtung von Wünschen nach sozialer und kultureller Balance.

 Parkstadt Süd, Eifelwall, Luxemburger Straße, Autonomes Zentrum, Köln

Das AZ ist aufgrund seines Grundrisses gut in das Parkkonzept zu integrieren. Das Modell ist online unter https://www.parkstadt-sued-eifelwall.org zu sehen.

7. Das Autonome Zentrum sei mit dem Konzept Parkstadt Süd unvereinbar.
Das sehen wir gänzlich anders und sind damit nicht allein. Das Autonome Zentrum ist durchlässig und offen gestaltet – dies gibt bereits der Grundriss her (Gebäude, Anlage, begrünbarer Innenhof und großzügige Durchfahrt). Zudem liegen Stadtverwaltung und Politik bereits erste konzeptionelle Ideen des Autonomen Zentrums vor, wie die Anlage nach unseren Vorstellungen in den Park integriert werden kann, so dass Park und AZ zusammen gedacht werden können. Darüber würde sich im Übrigen auch Konrad Adenauer freuen, der bereits 1920 ein flammendes Plädoyer für den inneren Grüngürtel veröffentlichte und explizit Jugendzentren als Teil seines Naherhholungskonzeptes im inneren Grüngürtel vorsah. Auch Adenauer unterstrich bereits die Zusammengehörigkeit von ökologischen und sozialen Aspekten.

Das Autonome Zentrum erfüllt auch die von Anrainern vorgetragenen Ansprüche an den Park nach unkommerziellen kulturellen Angeboten, Raum für Diskussion, Sport im Park, Urban Gardening uvm. Die Angebote des AZ fallen unter die Sammelbegriffe Freiraum, Naherholung und Kontemplation.

8. Parkstadt Süd habe konzeptionell keine Gebäude vorgesehen.
Von wegen… “Parkstadt Süd” ist – wie der Name schon verrät – eine Verquickung von Park und Neubaugebiet (“Marktstadt”). Hier ist auch der Eingriff in die naturbelassene Radeberger Brache geplant. Deshalb konnte auch eine Ausnahme für das Tierheim Zollstock gefunden, welches in den Park integriert wird. Am Eifelwall entstehen neben dem Justizparkhaus und -Parkplatz noch ein Parkplatz am historischen Archiv. Der Eifelwall ist eher weiträumige Beton- und Pflastersteinanlage denn ein konsequenter Park.

Im Bereich der Südstadt sollen neben weiteren Parkplätzen viele hochpreisige Wohnungen für Reiche entstehen mit den dazugehörigen Einrichtungen (z.B. Schulen, Veranstaltungshalle). Auch 130.000 m² Büroflächen sollen entstehen.
9. Die Verwaltung habe keine Möglichkeit, auf die Belange des Autonomen Zentrums einzugehen.
Verschiedene Beispiele an anderer Stelle der geplanten ParkStadt zeigen, dass Belange der Betroffenen von der Stadtpanung berücksichtigt werden können. Ganz offensichtlich ist es also Teil des Auftrages an die Planung, Betroffene im Beteiligungsverfahren zu Wort kommen zu lassen und deren Belange mit dem Rat abzustimmen. Warum sollte dies dies für das AZ nicht gelten?
10. Die Partei XY steht ja hinter dem AZ – schon seit Kalker Zeiten. Jedoch nicht an diesem Standort.
Wir möchten nicht benachteiligt werden für Beschlüsse, die zu Kalker-Zeiten gefällt worden sind und uns deswegen schlechter stellen als das Justizparkhaus oder das Tierheim. Wenn sich Parteien zu einem Beschluss für ein Tierheim entscheiden können, für das Archivgebäude oder das Parkhaus der Justiz, muss das für das AZ ebenso möglich sein

11. Die Menschen im AZ verfolgten persönliche Interessen.
Das AZ besteht allerdings aus 45 Gruppen und Initiativen und ist eine absolut heterogene und diverse Interessengemeinschaft. Die Interessengemeinschaft des AZ hat zudem ein ureigenes Interesse daran, persönliche Vorteilsnahme – gleich welcher Art – auszuschließen. Dies wird durch die Kontrolle der Nutzenden sichergestellt, die sich regelmäßig zum Plenum treffen. Dass Partikularinteressen verfolgt würden, kennen wir von thematisch begrenzten und unlauter agierenden Vereinen wie zum Beispiel das sogenannte “Netzwerk Bürger für Bäume” oder die nicht repräsentative sog. “Bürgerinitiative Eifelwall”, die von Immobilienbesitzenden betrieben wird
12. Das AZ sei ein Ort für Gewalt.
Das ist nicht korrekt. Diese Vorwürfe sind durch den Rat der Stadt Köln längst widerlegt worden. Dennoch: Wir nehmen solche Vorwürfe sehr ernst. Das AZ versteht sich als diskriminierungsfreier Raum. Besuchende erfahren das AZ als offenen, toleranten und freundlichen Ort, solidarisch und hilfsbereit. Für physische und psychische Gewaltausübung oder gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (z. B. Rassismus, Antisemitismus oder Antifeminismus) ist kein Platz im AZ. Nähere Infos: Umgang mit Konflikten im Autonomen Zentrum. Falls du persönliche Hinweise hast, tritt mit uns in Kontakt. Wir gehen Verletzungen unserer Standards nach.
13. Es gebe feststehende Beschlüsse der Stadt.
Beschlüsse sind änderbar. Wenn der vor vielen Jahren getroffene Beschluss nicht mehr auf die Bedürfnisse heute passt, ist eine Änderung sogar dringend erforderlich.
14. Wenn das AZ bleiben darf, möchte der 1. FC Köln im äußere Grüngürtel auch neu bauen.
Von einem Neubau durch das AZ ist nie die Rede gewesen. Während der FC Köln neue Gebäude in den bestehenden Park bauen möchte und damit in die Vegetation dort eingreift, soll am Eifelwall ein bereits stehendes Gebäude einem bisschen Rollrasen weichen. Ist das Argument nicht ein typischer Äpfel-mit-Birnen-Vergleich!?
Im konzeptionellen Vorschlag zur Integration des AZ in den Park haben wir zudem deutlich gemacht, dass ein Rückbau z.B. der Teerdecke des Innenhofes auf unserem Areal wünschenswert ist.
15. Das AZ könne sich in das Beteiligunsverfahren einbringen.
Nein, das können wir nicht. An einem Beispiel (von vielen) möchten wir das deutlich machen.
Die Stadt versucht für den Eifelwall seit 2017 Siegesentwürfe zu präsentieren, die von den Beteiligten mit großer Mehrheit und wiederholt abgelehnt werden. Dennoch gibt es für die Verwaltung stets ein “weiter so”, so als hätten alle Beteiligten zugestimmt. Zwar bietet die Stadt Köln unter der Überschrift „Beteiligung“ Veranstaltungen an und daran können Menschen teilnehmen. Doch hat dies keinerlei Auswirkungen auf die Planung.

Die Mitwirkung durch unsere Sympathisant_innen ist seit vielen Jahren wirkungslos geblieben. Am 7. Juli 2017 beschloss die Bürger_innenversammlung beispielsweise eine Resolution zum Schutz vom AZ und anderer bedrohten Interessensgruppen. Keine einzige Zusagen der Stadt an die Versammlung wurden jedoch bis heute (Stand 01.12.2018) nicht erfüllt. Als dies auf der nächstfolgenden Versammlung der Stadt thematisiert werden sollte (vorgetragen vom AZ), brach die Stadt die Veranstaltung kurzerhand ab und warf alle Anwesenden aus dem Gebäude.