PM: Stadt Köln erlaubt Planierung des Grüngürtels

Der Rat der Stadt Köln hat in seiner 60. Sitzung am 18.06.2020 für die Bebauungspläne des 1. FC Köln im Äußeren Grüngürtel gestimmt. Damit wurde bewilligt, dass das bereits bestehende ‚Geißbockheim‘ um mindestens 7 neue Kunstrasenplätze erweitert und insgesamt über 240.000qm Parkfläche versiegelt und bebaut werden. Das Bauvorhaben ist seit Jahren Grund für Proteste und Auseinandersetzungen zwischen Politik, Verwaltung und Bürger*innen-Initiativen. Schließlich ist die Neubebauung einer solchen großangelegten Parkanlage aus klimatischer Sicht höchst bedenklich. Diese Naturzerstörung deckt sich in keinster Weise mit den – auch in Köln – beschlossenen umweltpolitischen Zielperspektiven des Klimanotstandes.

„Für uns vom Autonomen Zentrum Köln zeigt sich hier mal wieder, dass die Stadt Köln völlig widerspüchlich und ohne Nachhaltigkeit über ihre geplanten Grüngürtel-Projekte entscheidet. Wenn es um die sozial-ökologische Stadtentwicklung geht, wird im Rathaus offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen: Dem lobbystarken Prestigeverein 1. FC Köln wird bewilligt, dass die über 24 Hektar große, öffentlich zugängliche Parklandschaft aus kommerziellen Gründen versiegelt, bebaut und umzäunt werden darf. Wenn es jedoch um längst bestehende sozio-kulturelle Freiräume wie das AZ Köln geht, welches bereits seit zehn Jahren in Eigeninitiative mit Kultur, Politik und Leben gefüllt wird, dann muss angeblich unbedingt abgerissen werden“, so Uli Rothfuß vom AZ Köln.

Begleitet wurde die Stadtratssitzung von lautstarkem Protest durch Anwohner*innen und Fridays-For-Future-Aktivist*innen sowie Bürger*innen-Initiativen. Im direkten Anschluss an die Entscheidung des Stadtrates hat die Umweltschutzorganisation BUND gegen die Bebauungspläne des 1. FC Köln einen Eilantrag an die Bezirksregierung eingereicht. Die Bürger*innen-Initiative „Grüngürtel für Alle“ plant zudem eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster.

Der umstrittenen Entscheidung des Kölner Stadtrats ging ein Bürger*innenbeteiligungsverfahren mit hoher Teilnahme einer kritischen Öffentlichkeit voraus:

„Von den insgesamt mehr als 7100 Stimmabgaben haben damals mindestens zwei Drittel gegen die Bebauungs- und Flächenumnutzungspläne des FC gestimmt. Damit ignoriert die Kommunalpolitik ein eindeutiges Votum und setzt sich über die mehrheitlichen Interessen der Bürger*innen hinweg. Doch das überrascht kaum, schließlich hat die Stadt Köln in Sachen angemessener Bürger*innen-Beteiligung schon mehrfach ihr Talent für katastrophale Entscheidungen bewiesen“, stellt Sabrina Purple, ebenfalls vom AZ Köln, fest.

„Für uns bestärkt sich abermals die Einsicht: Von Seiten der städtischen Politik ist mit klimatisch und kulturell nachhaltigen Entscheidungen im Interesse der Gesellschaft nicht zu rechnen. Begünstigt werden lediglich Projekte, welche eine mächtige Lobby, parteipolitisches Prestige und finanzielles Kapital haben. Für uns vom Autonomen Zentrum bedeutet das, dass wir weiter verstärkt für den Erhalt unserer selbstverwalteten Freiräume kämpfen müssen, insbesondere auf außerparlamentarischem Wege: Auf der Straße, in der Innenstadt und im Park!“, führt Sabrina Purple weiter aus.

Die aktuelle Ratsentscheidung für den Ausbau des Geißbockheims in den Grüngürtel hinein wirkt daher für uns wie ein Schlag ins Gesicht. In Sachen sozial und ökologisch orientierter Stadtentwicklung ist ein derartiges Bauvorhaben an Absurdität kaum zu übertreffen. Ebenso verfehlt sind die Pläne der Stadtpolitik für das Autonome Zentrum. Der Nutzungsvertrag endet zum Mai 2021 und weiterhin beabsichtigen die städtischen Verantwortlichen, unser Gebäude abzureißen. Einen adäquaten Alternativstandort gibt es bis heute nicht. Auch verweigert die Stadt Köln seit langem jedes Gespräch über einen Verbleib am aktuellen Standort, obwohl dies in jeder Hinsicht die sinnvollste und vor allem ökologisch sowie kulturell nachhaltigste Option wäre.

Deshalb bleibt Eines sicher: Wir lassen uns nicht vertreiben. Kein Tag ohne Autonomes Zentrum! Macht ihr unsre Räume platt, stürmen wir die Innenstadt!

Köln, 26.06.2020

PM: Kritischer Spaziergang. Demonstrant*innen machen unter Achtung der Hygieneregeln auf die katastrophalen Bedingungen von Geflüchteten und Obdachlosen aufmerksam.

Trotz Kontaktverbot und Aussetzung des Versammlungsrechts demonstrierten an diesem Nachmittag unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes über 100 Personen entlang der rechtsrheinischen Uferpromenade, um ihren Zorn über die sich verschlimmernde, politische Lage auf die Straße zu tragen. Mit Transparenzen und Schildern machten sie auf die katastrophale Lage von Menschen ohne festen Wohnsitz und die von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen und in den Lagern aufmerksam.

Sabrina Purple, Teilnehmerin des Protestes, erklärte dazu:
Die Polizei nutzt die jetzige Situation, um jeglichen politischen Widerstand im Keim zu ersticken. Zeitgleich dominiert in der aktuellen, medialen Berichterstattung die Sorge um Umsatzeinbüßen für Zahnärzt*innen, zu spät gestochenem Spargel und die nächste Urlaubsbuchung. Während der deutsche Michel es sich im HomeOffice gemütlich machen kann, werden Menschen an der türkisch-griechischen Grenze zum Spielball der menschenverachtenden Politik von Erdogan und der sog. Friedensnobelpreisträgerin Europäische Union, Geflüchtete werden unter katastrophalen hygienischen Bedingungen in viel zu kleinen Lagern festgehalten und an der Weiterreise gehindert. Wir fordern daher die sofortige Öffnung der EU-Außengrenzen, sichere Fluchtwege über das Mittelmeer und die Evakuierung aller Geflüchtetenlager.

Uli Rothfuß ergänzt:
Für viele Frauen* sind die eigenen vier Wände kein Schutzraum. Sie sind Gewalttätern schutzlos ausgesetzt. Wieder andere haben nicht die Möglichkeit zuhause zu bleiben, um sich und andere vor dem Corona Virus zu schützen. Staatliche Hilfsangebote für obdachlose Menschen und Unterstützung von Gewalt Betroffenen wurden heruntergefahren oder ganz geschlossen. Wo ist da bitte die Solidarität, von der auf einmal quer durch diese Republik die Rede ist?“

Die Protestierenden kündigen an, widerständig zu bleiben, Solidarität mit den am schwersten Betroffenen zu zeigen und sich nicht von staatlichen Verboten und Bullen einschüchtern zu lassen.

Grenzen einreißen! Lager evakuieren! Hotels zu Wohnraum! Freiräume verteidigen und erweitern!

Köln, den 16.04.2020

PM: Kölns wichtigster Ort für unkommerzielle Kultur, gelebte Solidarität und linke Politik, wird am 16. April 10 Jahre alt 

Das AZ lädt anlässlich des 10. Geburtstages vom 16. bis zum 18. April zu verschiedenen Vorträgen, musikalischen Events und Workshops ein. Die Veranstaltungen werden alle online stattfinden. In Zeiten von Corona hat sich das AZ entschieden, dass es wichtig ist, aktiv zu bleiben und in die Öffentlichkeit zu gehen.
„Es gibt gerade nichts zu feiern, die medizinische und kapitalistische Krise lässt schon jetzt weltweit viele Menschen ohne Unterstützung zurück. Während 80.000 schlecht bezahlte Erntehelfer*innen für unseren Spargel und Co eingeflogen werden, wird weiterhin keine Lösung für traumatisierte Geflüchtete, die quasi entrechtet auf den griechischen Inseln verharren müssen, angestrebt. Es wird jetzt darum gehen müssen, kreative Formen zu finden, linke Kritik und auch linke Visionen für eine solidarische Welt, die nicht vom Kapitalismus geleitet sein kann, in die Öffentlichkeit zu transportieren. So werden wir zum Beispiel auch weiterhin auf die kommerz- und prestigeorientierte Stadtplanung aufmerksam machen, die für viel Geld bestehende soziale und bauliche Infrastruktur zerstört, wie es zum Beispiel gerade im Rahmen der Parkstadt Süd geschieht. Wir lassen uns nicht verdrängen. Das AZ wird an der Luxemburger Straße bleiben. Das AZ wird unbequem bleiben“ so Uli Rothfuß vom AZ.
Mehr Infos zum Geburtstags-Programm unter https://az-koeln.org/10jahre/
Vor 10 Jahren entstand das AZ durch die Besetzung einer alten Kantine in Köln Kalk. Unter dem Druck der Stadt Köln, die ihren Wünschen mit massiven Polizeieinsätzen Nachdruck verlieh, zog das AZ im Sommer 2013 in ein Übergangsgebäude am Eifelwall und Anfang 2015 schließlich an die Luxemburger Straße in ein marodes Gebäude um. Der neue Standort wurde erst durch monatelange Eigenarbeit als Kultur- und Veranstaltungsraum nutzbar gemacht und wird bis heute durch unbezahlte Arbeit getragen. Und das AZ ist wieder, bzw. immernoch bedroht – Der aktuelle Nutzungsvertrag mit der Stadt läuft im April 2021 aus und bislang gibt es keine ernsthaften Angebote für einen alternativen Standort, und die Möglichkeit an der Luxemburgerstraße zu bleiben wird bislang ausgeschlossen.
Und trotzdem blüht dieser Ort, der über die Jahre ganz ohne Chef*innen durch die verschiedenen Nutzer*innen gestaltet wird. Aktuell gibt es über 40 aktive Gruppen und ein vielfältiges Veranstaltungsangebot mit zahlreichen regelmäßigen Besucher*innen. Das Autonome Zentrum ist ein Treffpunkt für Menschen aus den verschiedensten sozialen, politischen und kulturellen Zusammenhängen. Es bietet einen unkommerziellen Raum für Ausstellungen, Umsonstladen, Infoveranstaltungen, Gruppentreffen, offene Werkstätten, Sportangebote, Konzerte, Parties, Kneipe, Essen und vieles mehr. Im Autonomen Zentrum wird entlang emanzipatorischer Inhalte parteiunabhängige Politik und Kultur betrieben. 
Köln braucht Orte, die ein unkommerzielles Gegenstück zu den derzeitig bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen darstellen! Die zahlreichen Unterstützer*innen des AZ haben schon in den letzten Jahren ihre vielfältigen kreativen Möglichkeiten unter Beweis gestellt ihren Unmut zu zeigen: bei den RabAZ Aktionstagen, beim Besuch des Stadthauses in Deutz, bei der Elster Besetzung in Köln Ehrenfeld und vielen vielen weiteren Aktionen. Die Stadt kann sich auf eine unbequeme Zeit gefasst machen, wenn sie an den Plänen festhält, dass ein Rollrasen der Parkstadt Süd mehr wert ist, als das lebendige AZ. 
         

PM: AZ Köln bis Ende April 2021 verlängert

Das Autonome Zentrum Köln bleibt an der Luxemburger Straße und hat mit der Stadt Köln eine Vereinbarung bis zum 30. April 2021 unterzeichnet!
„Die Stadt geht mit der notariellen Beurkundung nur auf einen kleinen Teil unserer Forderung ein. Wir werden keinen Tag ohne AZ akzeptieren und brauchen letztlich keine städtische Legitimation dafür, um unsere autonomen Räume zu betreiben und zu erhalten,“ so Uli Rothfuß vom AZ. „Deshalb werden wir auch den 11. Geburtstag im Mai 2021 gebührend und kämpferisch an der Luxemburger Straße feiern! Nun freuen wir uns aber im nächsten Jahr erstmal auf die Feiern zu unserem Zehnjährigen!“

PM: Das doppelte Spiel der Stadt: Grüngürtel, AZ und neues Justizzentrum

Die Forderung der Bürger_innen aus dem Beteiligungsverfahren zum erweiterten Grüngürtel ist, Diskussions-, Sport- und Unterhaltungsangebote in den Park zu integrieren. Darauf antwortet die Stadt mit einem Hochhaus-Riegel aus Stahl, Beton und Glas bestehend aus dem Archivgebäude sowie dem Gebäude für die nordrhein-westfälische Justiz und dem Abrißplan für das AZ, welches Diskussionen ermöglicht sowie Sport und Unterhaltung bietet.

„Die Stadt spielt ein doppeltes Spiel. Mehrere Stadtobere wurden nicht einmal rot dabei, als sie die Grüngürtel-Planung als unverrückbare Tatsache darstellten,“ so Uli Rothfuß vom Autonomen Zentrum. „Einen Kompromiss hat Oberbürgermeisterin Reker nun jedoch gemeinsam mit Justizminister Biesbach bei der Pressekonferenz zum Justizzentrum bekannt gegeben, dass die Justiz direkt neben das Autonome Zentrum in den Grüngürtel hinein gebaut werden darf, inklusive Überbauung der Hans-Carl-Nipperdey-Straße.

Der mehrstöckige Glas-Beton-Riegel macht die Wiese am Eifelwall endgültig zur Schneise. Justiz und Archivgebäude nehmen architektonisch die Wünsche der Bürger_innen in die Mangel, welche Sehnsucht nach einem Raum für Naherholung, unkommerzielle Kultur und Diskussionsangebote hatten.

Da die Pläne am Eifelwall nun grundlegend geändert werden und neu auf und an das Gelände gebaut wird, möchten wir Teil der Diskussion und der neuen Planungen werden, wie das AZ in den Park integriert werden kann. Was für die Justiz möglich ist, sollte sozialen und unkommerziellen Projekten von der Stadt nicht verwährt werden. Aus Sicht des Autonomen Zentrum wäre dies nach wie vor die einfachste und beste Lösung für alle.

Köln, 10.08.2019

PM. Elster/Besetzung Vogelsanger Str. 230

Das Autonome Zentrum Köln dokumentiert die Pressemitteilung des feministischen Freiraumprojektes Elster

Köln, den 21. Juli 2019
Pressemitteilung: Elster/Besetzung Vogelsanger Str.230

Besetzer*innen und Aktivist*innen waren beeindruckt vom Verlauf des Wochenendes und möchten sich bei allen Teilnehmenden, Unterstützer*innen und Nachbar*innen für die Tatkraft, positive Resonanz und Spenden bedanken!

Doch bei dem Wochenende soll es nicht bleiben! Alte und neue Initiativen und Personen haben bereits eine Zukunftsvision für die Elster entwickelt. Wir fordern in der Elster einen Raum für soziale und politische Initiativen, sowie Wohnraum für FLINT-Personen!
Die Abkürzung FLINT steht für: Frauen, Lesben, Inter-,Nicht-binäre und Transpersonen; also genau die Menschen, die von patriarchaler und struktureller Diskriminierung in allen Lebensbereichen besonders betroffen sind. Schon jetzt existiert in der Elster eine FLINT-Etage, die unsere Vision bereits praktisch lebt. Alle interessierten FLINT-Personen sind herzlich eingeladen, dieses Projekt weiter mitzugestalten.

Bewohner*innen für die Wohnungen gibt es bereits. „Die Frauen der 1006“, eine Gruppe obdachloser Frauen, die in der Vergangenheit – angefangen bei der Bergisch-Gladbacher Straße 1006 – selbst 4 Häuser besetzten.
Leider wurden all ihre Besetzungen nach kürzester Zeit geräumt und die Stadt beanspruchte die 4 Immobilien für eigene Projekte, ohne Möglichkeit einer Beteiligung.

Doch diesmal fordern wir, dass das Projekt Elster in Selbstverwaltung weitergeführt wird!

Darüber hinaus ist uns bekannt, dass der AGISRA e.V., eine Beratungsstelle für u.a. von Rassismus betroffenen Frauen, bis Oktober diesen Jahres ihre Räumlichkeiten gekündigt wurde. Wir verurteilen diese Kündigung und hoffen, dass AGISRA e. V. in ihren Räumen verbleiben kann und weiterhin ihre volle Energie in die unersetzliche Beratung einbringen kann.
Sollte dies nicht gelingen, findet sich der dringend benötigte Raum auch in der Elster. In diesem Fall laden wir AGISRA e.V. herzlich ein, mit uns gemeinsam ein feministisches Zentrum zu schaffen.
Auch ASSATA im Hof, der politische FLINT-Raum im Kartäuser Wall 18, als solidarische Unterstützer*in der Elster, denen ebenfalls die Räume gekündigt wurden, wünschen wir viel Kraft und Unterstützung, um an ihrem Ort zu verbleiben!

Der Kontakt mit Vertreter*innen der Stadt wurde hergestellt und wir hoffen, dass die Verantwortlichen ihrer sozialen Verpflichtung nachkommen und uns nach Kräften unterstützen. Dass dies möglich ist, beweist die ehemalige Besetzung der Zülpicher Strasse 290. Dort wohnen inzwischen Geflüchtete und es existiert ein selbstverwaltetes Hausprojekt zu niedrigen Mieten.
Die Liste der von Entmietung und Verdrängung bedrohten Personen und Projekten, wie zum Beispiel dem Autonomen Zentrum und den Kölner Wagenplätzen ließe sich endlos weiterführen…
All diese bedrohten Personen und Projekte haben eins gemeinsam – die Verdrängung aus Profitinteresse heraus.

Die Vermutung, dass die Elster sich im Eigentum des Immobilienentwicklers Aurelis Real Estate GmbH&Co.KG befindet, liegt nahe. Aurelis ist seit über 10 Jahren im Besitz vieler ehemaliger Bahn- Immobilien und Grundstücke, die sie gewinnbringend entwickelt und vermarktet. Damit ist die Aurelis eine große Akteurin im fortschreitenden Verdrängungsprozess.
Wie auch immer die Eigentumsverhältnisse sind, fordern wir die Deutsche Bahn/Aurelis/ sonstige mögliche Eigentümerinnen auf, mit uns zu verhandeln, anstatt uns direkt auf die Straße zu setzten!

Wir haben die Schnauze voll! Wir organisieren den aktiven Milieuschutz, praktische Solidarität und Selbstverwaltung in Mitten des Kölner Silicon Valleys – Ehrenfeld!

Wir freuen uns weiterhin über Unterstützung und laden alle ein, die Dinge in den Veedeln selbst in die Hand zu nehmen!

Die Elster

PM: Wir fordern etwas Besseres als Parkstadt Süd

... etwas Besseres als Parkstadt Süd Parkstadt Süd geht los. Doch wer dachte, die Stadt pflanzt nun den ersten symbolischen Baum wird eines besseren belehrt. Es entsteht ein Block aus Beton, Stahl und Glas. Ganze 12.000 Quadratmeter werden von Immobilienfirmen erschlossen. 4500 Büros und 3500 Wohnungen sind angedacht, unter anderem durch die Aktiengesellschaft GAG. Sie baut auch 63 Sozialwohnungen.

„Wer glaubt, durch den GAG-Bau entstünde mehr sozialer Wohnraum, irrt. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Nullsummenspiel, da die Stadt bereits existierende günstige Mehrfamilienhäuser – ebenfalls 63 an der Zahl – hierfür platt macht werden. Parkstadt Süd vertreibt Menschen aus ihren Wohnungen,“ so Uli Rothfuß vom Autonomen Zentrum. „Wir erkennen nichts Soziales daran, neue Sozialwohnungen zu den heutigen, viel höheren Mieten zu bauen. Das ist purer Neoliberalismus und reiner sozialer Etikettenschwindel.

Spätestens jetzt fällt der Vorhang, dass Parkstadt Süd nichts Soziales und nichts Grünes ist. Die Stadt stiehlt sich aus der sozialen Verantwortung und macht darüber hinaus die existierende soziale Struktur in der Stadt mit Parkstadt Süd nachhaltig kaputt. Der Umgang mit dem Autonomen Zentrum steht ebenfalls symbolisch für die unsoziale Politik in Köln. Anhand völlig an den Haaren herbei gezogenen Forderungen versucht die Stadtverwaltung, auch uns zu vertreiben. Wir fordern etwas Besseres als Parkstadt Süd als eine wirklich ökologisch und sozial nachhaltige Stadtentwicklung. Der Park ist und bleibt ein vorgeschobener Grund, um teure Apartments auf den Markt zu spülen und die ohnehin überteuerten Quadratmeterpreise weiter in die Höhe zu treiben,“ so Uli Rothfuß für das Autonome Zentrum Köln.

Zur Diskreditierung des legitimen und notwendigen Protests durch Teile der Stadtverwaltung

Köln, den 02.02.19

Stadtdirektor Stephan Keller und Pressesprecherin Inge Schürmann kriminalisieren Unterstützer*innen der Wagenplätze und des Autonomen Zentrums und offenbaren ein fragwürdiges Verständnis von freier Berichterstattung durch die Presse.

#laptopgate
Der angeblich aus seinem Büro entwendete Laptop von Baudezernent Markus Greitemann tauchte am Freitag „plötzlich“ wieder auf. Anderthalb Tage hielt die Pressestelle der Stadt Köln die Behauptung aufrecht, Aktivist*innen hätten diesen gestohlen. Tatsächlich hatte jedoch ein Angestellter des Baudezernats den Laptop vorübergehend in seine Obhut genommen.
Sabrina Purple, die an der Protestaktion im Foyer des Stadthauses teilnahm, erklärte dazu:
Wir fragen uns, weshalb Stadtdirektor Keller die Behauptung eines Diebstahls so lange im Raum stehen ließ und ob es ein Interesse seitens der Verwaltung gab, die Öffentlichkeit im Unklaren zu lassen. Wir gehen davon aus, dass die Ansichnahme des Laptops durch einen Verwaltungsangestellten bereits Donnerstagmittag in der Verwaltung bekannt war und die Information über den Aufenthalt des Geräts mit Kalkül zurückgehalten wurde. Herr Keller hat dadurch gezielt einen faktisch nicht stattgefundenen, schweren Rechtsverstoß geschaffen, um das Zentrum für Kriminalprävention einschalten zu können. Ohne diese Falschbehauptung hätte es keine Rechtsgrundlage gegeben, über 60 Personen festzuhalten, ihre Personalien aufzunehmen, sie zu videografieren und zu durchsuchen. Hier zeigt sich deutlich, mit welch faulen Tricks Herr Keller glaubt kämpfen zu können.

#pressebehinderung
Inge Schürmann vom Presseamt der Stadt verhindert, dass sich ein*e Sprecher*in der Aktionsgruppe vor der Presse erklären kann:
Frau Schürmann hat unsere*n Pressesprecher*in vor die Tür gesetzt. Damit hat sie nicht nur den Aktivist*innen ihr Recht genommen, vor der Presse ihre Forderung nach einem konstruktiven Dialog auf Augenhöhe zwischen Stadtverwaltung und Wagenplätzen zu äußern, sondern hat auch eine ausgewogene Berichterstattung zahlreicher Pressevertreter*innen billigend verunmöglicht. Dass Frau Schürmann, nachdem Pressevertreter*innen sich vor das Gebäude begaben um dort unserem Pressekontakt Fragen zu stellen, diesen durch die Polizei festsetzen ließ, offenbart letztendlich das Motiv ihrer Handlung: Sie will verhindern, dass die Wut der Wagenplatzbewohner*innen um die Vernichtung des unkommerziellen Wohn- und Freiraumes eine breitere Öffentlichkeit erfährt.“
stellte Purple fest.

#ansonsten
Der Aktionsgruppe liegt Videomaterial vor, das einzelne Mitarbeiter der Stadt zeigt, die äußerst aggressiv gegen Aktivist*innen vorgehen und diese, mit im Nationalsozialismus geprägten Begriffen, belegen. Diese Ausfälle verwundern, haben doch die meisten Angestellten gleichgültig bis positiv auf die Protestaktion reagiert.

gez. Aktionsgruppe 31.01.19 Stadthaus Köln

PM: AZ fordert Dialog und kritisiert Opposition

„Wir betonen, dass wir uns in einem ergebnis- und lösungsorientierten Dialog mit der Stadtverwaltung und dem Büro der Oberbürgermeisterin über die Zukunft des Autonomen Zentrums befinden. Diesen Prozess werten wir positiv und wollen ihn fortsetzen,“ erklärt Kim Wolnosc für die Verhandlungsgruppe des AZ.

Die Aktion im Stadthaus am 31.01.2019 von Sympathisant_innen der Wagenplätze „Wem gehört die Welt“ und „Osterinsel“, sowie Sympathisant_innen des Autonomen Zentrums (AZ) hat für großen Wirbel gesorgt. Die Projekte verbindet die Sorge um ihre Existenz. Viele Menschen sind in Köln aufgeschreckt, weil sie erkennen, dass nach dem Willen der Stadtplanung kein Platz mehr für unkommerzielle Orte oder für günstigen Wohnraum auf Bauwagenplätzen bleiben soll. Sie werden ohne Alternativstandorte oder konkrete Lösungsangebote verdrängt.

Wir vom AZ stehen seit geraumer Zeit im Gespräch mit der Stadt Köln und sind zuversichtlich, dass der Dialog zu einer Befriedung der Situation führt. Wir meinen auch, dass der Standort an der Luxemburger Straße 93 optimal für das AZ ist – es sei denn wir finden gemeinsam eine bessere Lösung. Viele Sympathisant_innen gehen jedoch davon aus, dass eine Räumung des AZ nach Ablauf des Nutzungsvertrags am 31.12.2019 geplant wird. Der Fortbestand des AZ und auch anderer bedrohter Projekte muss daher geklärt werden, um für eine Beruhigung der Situation zu sorgen. Ein parteiübergreifendes Bündnis kann dies erreichen. „Wir appellieren in diesem Zusammenhang auch noch einmal ganz besonders die Kölner Sozialdemokratie, einen klaren Standpunkt einzunehmen. Bekennt sich die Kölner SPD zu sozialen, kulturellen und unkommerziellen Projekten oder sind ihr diese politisch egal?“ fragt Kim Wolnosc.

Die berechtigten Sorgen der Menschen müssen endlich ernst genommen werden. Wenn Ratspolitik und Verwaltung weiterhin auf Zeit spielen, entsteht nur noch mehr Frust. Unkommerzielle Räume müssen geschützt werden, statt sie zu bedrohen und zu schließen.

PM: Stadthaus Deutz besetzt

Die Stimmung war gut: Aktivist*innen dekorierten die Eingangshalle des Stadthauses mit Transparenten.

Am Donnerstag um 13 Uhr besetzten Sympathisant*innen des Wagenplatzes und des Autonomen Zentrums das Stadthaus Deutz. Mit Sofas, Teppichen, Schlafsäcken und Zelten sowie einer mobilen Suppenküche und Soundanlage ließen sich 120 Personen in der Eingangshalle nieder. Kletteraktivist*innen seilten sich an der Gebäudefront ab und entrollten ein zehn Meter langes Transparent mit der Aufschrift „Wagenplätze und AZ bleiben“. Dazu hängten mehrere Menschen auf der Dachterrasse weitere Transparente auf und ließen bunten Rauch aufsteigen. Im Büro von Detlef Fritz, dem Leiter des Liegenschaftsamtes, und Markus Greitemann, dem Baudezernenten der Stadt Köln, verteilten Aktivist*innen Konfetti, Luftschlangen und Flyer.

Eine davon ist Luisa Richter vom Wagenplatz „Wem gehört die Welt“. Sie erklärt: „Wir haben das Gebäude besetzt, weil wir es satthaben, nicht zu wissen, wie es mit unserem Wagenplatz weiter geht. Wenn wir dort vertrieben werden, haben wir kein Zuhause mehr. Wir werden uns aber nicht einfach in Luft auflösen. Damit die Stadt das endlich begreift, schlagen wir unsere Zelte hier auf – wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Derweil spielten die Anwesenden in der Eingangshalle friedlich Tischtennis und Gesellschaftsspiele, hielten Ansprachen über Megaphon. Sie erklärten sich solidarisch mit den Aktivist*innen in den Büros, an der Fassade und auf dem Dach. Sabrina Purple, eine Nutzerin des Autonomen Zentrums, macht deutlich: „Wir fordern, dass alle Kölner Wagenplätze und das Autonome Zentrum genau da bleiben, wo sie sind. Das Autonome Zentrum soll durch Rollrasen ersetzt werden, die Wagenplätze sind von Bebauung bedroht – das sind für uns zwei Seiten derselben Medaille. Hier sollen soziokulturelle Freiräume zugunsten wirtschaftlicher Interessen aus Köln verdrängt werden.“ Die Stadt habe sich lange genug aus der Verantwortung gezogen. Heute würden die Aktivist*innen bleiben, bis sie ihre Forderungen erfüllt sehen.

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses rabAZ

Köln, 31.01.2019