PM: 5 vor 12 – AZ bleibt am Standort 2019

Das Autonome Zentrum Köln (AZ) und die Stadt Köln haben sich über die weitere Nutzung des AZ-Gebäudes an der Luxemburger Straße 93 im nächsten Jahr geeinigt. Der Vertrag wurde von Vertreter_innen der Stadt und des AZ am heutigen Donnerstag notariell beurkundet.

„Es war 5 vor 12. Mit der Verlängerung sendet die Stadt nun ein positives Signal. Unsere Leute wird das eine Jahr möglicherweise nicht beruhigen. Der Kampf geht weiter, weil die Stadt nach wie vor den Abriss unseres Gebäudes möchte,“ sagt Uli Rothfuß vom AZ. „Die Verlängerung werten wir dennoch als politischen Erfolg, wonach soziale Verbesserungen durch linken Protest von unten erzielt werden können.

Unser Angebot an die Stadt gilt, die zusätzlichen Wochen 2019 dafür zu nutzen, endlich einen soliden Lösungsweg zu erarbeiten. Unsere Forderung ist der Bestandsschutz des Autonomen Zentrums. Ein ‚Umzug nach Nirgendwo‘ ist mit uns jedenfalls nicht verhandelbar. Außerdem hat das Beteiligungsverfahren ergeben, dass die Integration des AZ-Areals von Politik und Verwaltung als Option nicht kategorisch ausgeschlossen werden darf,“ so Uli Rothfuß vom AZ.

Neben dem Autonomen Zentrum Köln sind auch die Wagenplätze Wem Gehört die Welt und Osterinsel ohne Not und Sinn von der Räumung bedroht.

Pressemitteilung
Köln, 13.12.2018

„Es war 5 vor 12. Doch #AZbleibt! Wir haben am Donnerstag, den 13.12., eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt für 2019…

Gepostet von Autonomes Zentrum Köln am Donnerstag, 13. Dezember 2018

Rauswurf! Stadt bricht Dialog mit Bürger_innen ab – bevor er überhaupt begonnen hat

… mussten draußen diskutieren. Die Stadt Köln bietet keinen Raum für Kritik an eigener Arbeit.

Die Stadt setzt Bürger_innen vor die Tür. Der Versuch der Stadt, den Bürger_innen einen (hinter verschlossenen Türen auserkorenen) „Siegesentwurf“ für die Parkstadt Süd unterzujubeln, ist erneut gescheitert. Unmittelbar nach der Begrüßung stellten anwesende Sympathisant_innen des Autonomen Zentrums Köln Form und Inhalt der Veranstaltung in Frage. Der Vorschlag des AZ war, mit einer offenen Diskussion an die Ergebnisse der letzten Bürger_innenbeteiligung und die dort beschlossene Resolution anzuknüpfen. 

„Wir wollten alle zu Wort kommen lassen, auch unsere Gegner_innen. Doch darauf ließen sich die Verantwortlichen der Stadtverwaltung nicht ein und beendeten den Bürger_innendialog abrupt.
Bereits in vorangegangenen Veranstaltungen wurde massive Kritik an den bisherigen Plänen geäußert, insbesondere wurde der Erhalt der von der aktuellen Bauplanung betroffenen Ateliers und des Autonomen Zentrums gefordert. Doch in den Plänen, die vorgestellt und somit von den Bürger_innen zur Kenntnis genommen werden sollten, finden diese weiterhin keinen Platz.
Der Stadt Köln geht es offensichtlich nur darum, bereits vor über einem Jahr von einer kleinen Preisjury ausgewählte Siegesentwürfe vorzustellen. Das Verfahren der Bürger_innenbeteiligung ist somit reine Farce. Wer weiterhin solche Showveranstaltungen inszeniert, muss sich nicht wundern, dass sich so gut wie keine_r der Betroffenen mehr darauf einlassen will.“ so Sabrina Purple vom Autonomen Zentrum Köln.
Pressemitteilung
Köln, 01.12.2018

PM: RabAZ statt Weihnachten!

Am Donnerstag Abend um 20 Uhr besezten 70 Unterstützer*innen der Wagenplätze in Köln und des Autonomen Zentrums (AZ) die Bühne des Weihnachtsmarkts am Dom und sorgten 30 Minuten lang mit einem Chor und Redebeiträgen für ein alternatives Bühnenprogramm. Die Aktivist*innen wollten mit der Aktion ein Zeichen für den Erhalt autonomer, emanzipatorischer Räume setzten.

Die Security sowie die Polizei versuchte auf aggressive Art und Weise, die Aktion zu beenden. Die Aktivist*innen ließen sich davon jedoch nicht beirren und sangen weiter umgedichtete Weihnachtslieder.

„Vorallem am Beispiel der Weihnachtsmärkte wird deutlich, wie viel Raum die Stadt für durchkommerziallisierte „Kultur-“ und Konsum- Veranstaltungen einräumt. Alternativen dazu, die sich für Selbstorganisation einsetzen, dürfen nicht hinten runterfallen und Gentrifizierungs-Projekten zum Opfer fallen“, betont Sabrina Purple, eine Nutzerin des AZs.

„Das AZ ist ein Ort, der Raum für selbstorganisierte, unkommerzielle Kultur, linke Politik und vielfältige soziale Projekte bietet. Das alles steht momentan auf dem Spiel. Unser kurzes Programm auf der Bühne sollte darauf aufmerksam machen und exemplarisch zeigen, für was das AZ steht. Wir brauchen diese Freiräume und sind bereit, sie zu verteidigen.“

Seit knapp 30 Jahren gibt es den Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“ an der Krefelder Straße. Dort wohnen 35 Menschen in Bauwagen und LKWs, veranstalten Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Partys und Filmabende“, erklärt eine Sprecherin des Wagenplatzes.“Die Stadt Köln will ihren ältesten Wagenplatz „Wem gehört die Welt“ verkaufen, um ihre Versäumnisse einer miserablen Wohnungs- und Kulturpolitik der letzten Jahre auszugleichen. Wagenplätze sind eine Bereicherung für alle Menschen und die Stadt!“

„Wir haben heute wieder einmal deutlich gemacht, was passiert, wenn die Stadt konstruktive Verhandlungen verweigert und somit die Situation immer weiter in die Eskalation treibt. Wir lassen uns nicht verdrängen und werden mehr und mehr stören, auch indem wir das bunte kulturelle Programm des Azs und der Wagenplätze in die Stadt und auf die Straße tragen. Die selbstverwalteten, nicht profitorientierten Gruppen und Projekte des AZs sind für die Kulturlandschaft der Stadt von großer Bedeutung und brauchen einen angemessen Ort, der den verschiedenen Anforderungen der vielfältigen Projekte, wie z.B der Fahrradwerkstatt, Sportangeboten und Politgruppen, entsprechen muss.“, so Sabrina Purple weiter.

Hintergründe:

Mit dieser weiteren sogenannten „Reclaim “-Aktion [1] richten sich die Aktivist*innen gegen die geplante Schließung von selbstverwalteten Projekten. Das Gelände des ältesten Bauwagenplatzes Kölns „Wem gehört die Welt?“ an der Krefelder Straße steht vor dem Verkauf. Dabei handelt die Stadt hinter verschlossenen Türen, ohne die Bewohner*innen über Pläne zu informieren oder einzubeziehen. Auch der Nutzungsvertrag zwischen AZ und der Stadt Köln läuft am 31.12.2018 aus. Danach soll das AZ, das an der Luxemburger Straße an den Grüngürtel grenzt, im Rahmen des geplanten Prestigeprojekts Parkstadt Süd durch eine Rasenfläche ersetzt werden. Trotz verschiedener Angebote zur Integration des AZs in den Grüngürtel verliefen die Verhandlungen bisher erfolglos. Auch ein adäquates Alternativangebot von Seiten der Stadt Köln gibt es nicht.

Die Aktion auf dem Weihnachtsmarkt schließt an vorherige „Reclaim-“Aktionen an , die z.B. im Rahmen der Rabaz-Ationstage stattgefunden haben. Die Aktion sollen zeigen, dass die Stadt selbstverwaltete Projekte wie das AZ und den Bauwagenplatz nicht so einfach verdrängen kann, sondern mit kraftvollem Widerstand rechnen muss. „Wir werden immer lauter und entschlossener für den Erhalt unserer Freiräume kämpfen, bis die Stadt uns erst nimmt und auf die Forderungen eingeht. Die Proteste stehen erst an ihrem Anfang“, betonte Purple.

Kein Tag ohne Bauwagenplätze, kein Tag ohne Autonomes Zentrum!

Autonomes Zentrum

Pressemitteilung, 29.11.2018

PM: Autonomes Zentrum lehnt Fort XI als Alternativstandort ab

Das Fort XI liegt weit außerhalb im Kölner Nord-Osten.

„Das Fort XI als Standort für das Autonome Zentrum Köln (AZ) lehnen wir ab! Dies haben wir der Verwaltung heute mitgeteilt. Es ist vollkommen abwegig, ein AZ im Niemandsland zwischen Holweide und Mülheim zu betreiben. Wir halten unseren Standort an der Luxemburger Straße 93 weiterhin für die beste Lösung,“ erklärt Uli Rothfuß vom AZ.

„Das Ergebnis der Stadtverwaltung nach zwei Jahren Suche ist für die Katz‘! In den Verhandlungsgesprächen mit der Stadt wurde uns das Fort zum einzigen freien Gebäude der Stadt Köln erklärt. Wir waren bereits Ende September dort für eine Besichtung. Daran haben AZ-Aktivist_innen und Verwaltungsmitarbeitende teilgenommen. Der absolut desolate bauliche Zustand und die periphere und unzugängliche Lage des Fort XI war sofort ersichtlich: starke Feuchtigkeitsprobleme, baulicher Verfall und vorprogrammierte Konflikte mit dem Denkmalschutz. Die abgelegene Lage würde zu einem Ende unserer sozialer Angebote führen. Der Umsonstladen, die Essensausgabe oder die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt würden nicht nutzbar für unsere Nutzer_innen in der Stadt. Auch unkommerzielle Konzerte, Lesungen und Polit-Veranstaltungen würden nur noch von den Wenigsten besucht werden können. Kölns Baudezernent Markus Greitemann (CDU) wird auf der Veranstaltung „Parkstadt Süd geht weiter!“ vom Kölner Stadt-Anzeiger mit den Worten wiedergegeben: „Dann ist das Fort XI natürlich undenkbar.“ (KStA, 21.11.2018)

Die Stadt Köln will ihre Problemimmobilie ans AZ abgeben und zugleich die sozialen und politischen Nutzungen marginalisieren,“ so Uli Rothfuß vom Autonomen Zentrum. „Wir wolen, dass unsere Anforderungen an ein Objekt in die Suche einfließen!“

 

Pressemitteilung
Köln, 25.11.2018

Update 25.11.2018, 12:00 Uhr: Die ursprüngliche Fassung wurde um das Zitat von Markus Greitemann (aus dem Kölner Stadt-Anzeiger) ergänzt.

PM: Runder Tisch zum AZ?

Das Autonome Zentrum hat sich mit dem nachfolgenden Schreiben am 23. November 2018 an die Kölner Bezirksvertretung Innenstadt gewendet:

Sehr geehrte Damen und Herren der Bezirksvertretung Innenstadt,

Sie haben beschlossen, zu einem Runden Tisch „Zur Zukunft des Autonomen Zentrums und der Standortfrage“ mit „allen Beteiligten“ einzuladen. Da bisher niemand in der Angelegenheit auf uns zugekommen ist, möchten wir Ihnen grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisieren, wenn es um eine ernstzunehmende und dauerhafte Lösungsfindung geht.

Nach einem Jahr Verhandlung mit der Stadt Köln und zwei Jahren Standortsuche ist das Resultat, dass eine Alternative in Köln möglicherweise nicht existiert. Das Fort XI wurde zum einzigen verfügbaren Gebäude der Stadt erklärt. Jüngst hat selbst Baudezernent Markus Greitemann öffentlich geäußert, dass er das Fort XI vor dem Hintergrund unserer Projekte und Bedürfnisse für ungeeignet halte. Die für uns logische Konsequenz hieraus ist, dass der Verbleib am jetzigen Standort nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen werden kann.

Unsere Position war von Beginn an, dass ökologische und soziale Interessen nicht in Widerspruch zueinander gesetzt werden sollen. Eine Integration des Autonomen Zentrums Köln in den Parkstreifen am Eifelwall ist problemlos möglich (s. http://freiraeumeparkstadts.fatcow.com/Apps/az_bleibt.html ).

Wir sind bekanntermaßen geografisch nicht Ihrem Bezirk zuzurechnen. Die Luxemburger Straße 93 liegt im Bezirk Lindenthal, Stadtteil Sülz. Vielleicht hat die Bezirksvertretung Vorschläge für alternative Standorte in ihrem Bezirk?

Unsererseits möchten wir die Gelegenheit nutzen, Ihnen die vielfältigen Angebote des Autonomen Zentrums Köln vorzustellen und dann darzulegen, weshalb hieraus bestimmte Anforderungen für die Standortsuche hervorgehen. Wir freuen uns über kritische Fragen und eine lebehafte Diskussion.

AZ

Pressemitteilung
Köln, 23.11.2018

PM: Baudezernent Greitemann macht weitere Zugeständnisse an das Autonome Zentrum

Illustration der Stadt Köln zu Parkstatd Süd, 19.11.2018, Beteiligungswerkstatt.

Am 31. Dezember läuft der Nutzungsvertrag für das Autonome Zentrum Köln (AZ) aus. „Das AZ wird nicht abgerissen, bis eine geeignete Alternative gefunden worden ist. Dafür setze ich mich ein!“ sagt Baudezernent Greitemann bei der Veranstaltung „Parkstadt Süd geht weiter“ vor der Kölner Bürger_innenschaft in der vollbesetzten Aula des Alfred-Müller-Armack-Berufskollegs in Zollstock am gestrigen Montagabend.
Die Stadt hatte eingeladen, um den aktuellen Planungsstand zu präsentieren und die Bereiche „Mobilität/Verkehr“, „Nutzung/Städtebauliches Erscheinungsbild“, „Freiraum“ und „Grüngürtel“ an entsprechenden Thementischen zu diskutieren. Bereits zu Beginn der Veranstaltung kamen aus dem Publikum kritische Fragen zum Verfahren der sogenannten Bürger_innenbeteiligung sowie zur bisher ungelösten Standortfrage des AZ. Baudezernent Greitemann verließ daraufhin mit einer Gruppe von AZ-Vertreter_innen den Saal, um am runden Tisch gemeinsam zu diskutieren.
„Greitemann geht in seinen Äußerungen einen Schritt weiter als Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Im Juli sagte sie bei ihrem Besuch im AZ, sie würde sich für den Erhalt an einem anderen Standort einsetzen. Der nächste Schritt ist nun zunächst, eine Sicherung für beide Seiten einzubauen. Wir fordern im nächsten Schritt die Anerkennung unserer Gebäudeanforderungen verbunden mit einer ortsunabhängigen Bestandsgarantie,“ sagt Uli Rothfuß vom AZ„Wenn die Stadt nicht in der Lage ist, uns ein adäquates Ersatzobjekt anzubieten, das uns die Weiterführung des vielfältigen und breiten Programmes an sozialen und kulturellen Angeboten ermöglicht, werden wir am bisherigen Standort bleiben!“
Obwohl in vergangenen Veranstaltungen der Bürger_innenbeteiligung die Forderung nach sozial-kulturellen Angeboten im Grüngürtel und der Parkstadt Süd deutlich gemacht wurde, will die Stadt bestehende Projekte überplanen und verdrängen.
„Wir werden es aber nicht zulassen, dass die Stadt uns unter der Farce einer „Beteiligung“ ignoriert. Wir fordern eine echte Beteiligung, die Berücksichtigung unserer Interessen!„, so Uli Rothfuß weiter.
Wir bleiben ungemütlich!
Kein Tag ohne Autonome Zentrum!

 

Pressemitteilung
Köln, den 20.11.2018

Abschlussdemonstration der „RabAZ“ Vernetzungs- und Aktionstage

Am Sonntag, den 7. Oktober 2018 demonstrierten etwa 1000 Menschen lautstark für den Erhalt des Wagenwagenplatzes „Wem gehört die Welt“ und des Autonomen Zentrums. Die Demonstration bildete den Abschluss der „RabAZ“ Vernetzungs- und Aktionstage gegen die Verdrängung linker Freiräume in Köln.

„Das Wochenende war ein voller Erfolg“, so die Aktivistin Clara Fall vom RabAZ-Kommitee. „Donnerstag und Freitag gab es im Autonomen Zentrum und auf dem Wagenplatz Raum zur Vernetzung für Aktive aus ganz Deutschland. Am Samstag waren wir durch die vielen Aktionen überall in der Stadt sichtbar, die Polizei war hoffnungslos überfordert.“

Nachdem am Donnerstag und Freitag zahlreiche Workshops, Vorträge und Diskussionen mit Aktivist*innen aus linken Projekten aus ganz Deutschland stattfanden, gab es am Samstag provokative Theaterperformances auf der Straße, etwa ein Variété auf dem Rathenauplatz, eine Freiraumwanderung durch die Südstadt, ein Kulturpicknick im Grüngürtel und Radical Cheerleading auf dem Heumarkt. Auch ein kritischer Rave am Herkulesberg wurde organisiert.

Des Weiteren besetzten 150 Personen den Breslauer Platz mit Fahrrädern, Bussen und Lastwägen und machten diesen so zu einem temporären Wagenplatz. Die Aktivist*innen protestierten für den Erhalt der Wagenplätze Osterinsel und Wem gehört die Welt und gegen das Vorhaben, diese zu verkaufen.
Darüber hinaus löste eine Hausbesetzung in Ehrenfeld einen Großeinsatz der Polizei aus. 50 Menschen hatten sich an der Glasstraße 6 versammelt, um auf explodierende Mieten und die Verknappung von Wohnraum in Köln hinzuweisen, gegen die vonseiten der Stadt nichts unternommen wird. Der Kölner Stadtanzeiger und der Express berichteten bereits.

Gegen 22:15 Uhr zogen am Samstag schließlich über 400 Unterstützer*innen in einem Demonstrationszug vom Stadtgarten die Venloer Straße entlang zum Friesenplatz, wo sie zeitweilig die Kreuzung blockierten. Dies wurde von einem Konzert, das auf einem an der Kreuzung geparkten LKW stattfand, und Sympathiebekundungen seitens der Passant*innen begleitet. Unter dem Motto „Nehmt ihr unsere Freiräume, nehmen wir uns die Stadt!“ zeigten die Aktivist*innen, dass sie bereit sind, für den Erhalt autonomer,
emanzipatorischer Räume zu kämpfen.

Seit Mittwoch ist auch der erste Abschnitt der Parkstadt Süd für die Stadtbevölkerung geöffnet. „Es besteht kein Widerspruch zwischen Natur und Kultur im öffentlichen Raum. Es mangelt lediglich an stadtplanerischer Kreativität, beides in Einklang zu bringen. Das Autonome Zentrum kann an Ort und Stelle bleiben und Teil eines attraktiven Parkstreifens werden“, so die Aktivistin Kiara Förster (zum
Bericht in der Lokalzeit des WDR. „Das AZ und der Wagenplatz sollen für ein vermeintlich attraktiveres Köln weichen, dabei machen gerade diese sozialen und kulturellen Treffpunkte die Stadt lebenswert.“

„Gemeinsam haben wir der Stadt gezeigt, was wir gegen Verdrängung und Gentrifizierung tun werden. Wir stehen erst am Anfang der Proteste“, betont Sabrina Purple. Die Aktivist*innen haben der Stadt wie angekündigt eine (un)ordentliche Kostprobe von dem gegeben, was passiert, wenn Freiräume fehlen: Nämlich RabAZ.

ZUR AKTUELLEN SITUATION VON WAGENPLATZ UND AZ:
Trotz aller Lippenbekenntnisse von der Stadt, dass Köln Raum für solche Freiräume brauche, gibt es weiterhin keine Lösung für einen alternativen Standort. Aus Sicht des AZ wäre es für alle Seiten die schnellste und einfachste Lösung, das AZ in den Park zu integrieren. Die Bezirksvertretung Innenstadt hat in einem Dringlichkeitsantrag einen runden Tisch zwischen AZ, Verwaltung und Politik gefordert. SPD und CDU stimmten gegen den Dialog und die Offenheit, auch zu prüfen, „ob und wie ein langfristiger Verbleib am jetzigen Standort realisiert werden kann.“(https://ratsinformation.stadt-koeln.de/to0050.asp?__ktonr=258517)

„Wem gehört die Welt“ existiert seit 29 Jahren und ist der älteste Wagenplatz Kölns. Seit zwei Jahren plant die Stadt Köln den Verkauf des Grundstücks. Trotz wiederholter Aufforderungen der Bewohner*innen ist die Stadt nicht bereit Transparenz für alle Beteiligten zu ermöglichen. Es gibt keine Ansprechperson in den städtischen Behörden, keine klare Zuständigkeit, kein Entgegenkommen. Die Stadt Köln will auf Kosten der Bewohner*innen das Gelände verkaufen, um ihre Versäumnisse einer miserablen Wohnungs- und Kulturpolitik der letzten Jahre damit auszugleichen.


PM: Autonome und Wagenplatz kündigen Rabaz an

Vernetzungs- und Aktionstage im Oktober in Köln:

„Wir, das Autonome Zentrum und der Wagenplatz „Wem gehört die Welt“ laden alle Interessierten herzlich ein, Teil einer solidarischen und kreativen Bewegung gegen die Verdrängung wichtiger sozialer Freiräume in unserer Stadt zu werden. Wir freuen uns auf viele Teilnehmer*innen am ersten Aktionswochenende, das vom 4. – 7. Oktober 2018 in Köln stattfindet. Wir kämpfen für den Erhalt bedrohter Projekte – explizit für den Bauwagenplatz und das Autonome Zentrum. Mit Zusammenkünften für Vernetzung und Austausch, einem Aktionstag sowie einer Demonstration werden wir unsere Forderungen zum Erhalt bedrohter Orte wahrnehmbar in die Straßen Kölns tragen. Unser Motto lautet: Nehmt ihr uns unsere Freiräume, nehmen wir uns die Stadt! Somit tragen wir das kulturelle Programm, das monatlich im AZ und auf dem Wagenplatz stattfindet in den städtischen Raum und werden dafür sorgen, dass das Problem der Verdrängung unserer Freiräume und die Idee von einer Stadt als sozialem und lebenswertem Raum nicht mehr länger ignoriert werden kann,“

kündigt Clara Fall vom Komitee für RABAZ in Köln.

HINTERGRUND:
Das Autonome Zentrum Köln in der Luxemburger Straße (kurz: AZ) ist ein Freiraum für Kunst, Kultur, Bewegung und Politik. Über 40 Projekte haben dort ihren Platz, zum Beispiel verschiedene Sportangebote, politische Gruppentreffen, Konzerte, Foodsharing oder auch eine Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt. Das AZ ist selbstverwaltet und unkommerziell. Genau so verhält es sich auch mit dem Wagenplatz „Wem gehört die Welt“: Er ist ein Ort für unkommerzielle Veranstaltungen und selbstbestimmtes alternatives Wohnen.

Das AZ und der Wagenplatz „Wem gehört die Welt“ bieten wertvolle Freiräume für alle, die sich kommerzielle Angebote nicht leisten können oder von Verdrängung betroffen sind. Hier wird ausprobiert, wie eine ökologisch nachhaltige Gemeinschaft ohne Sexismus, Rassismus, Intoleranz und möglichst frei vom kapitalistischen Denken funktionieren kann – basisdemokratisch.

Der Wagenplatz und das AZ sind jedoch akut bedroht. Das Gelände, auf dem bisher der Wagenplatz steht, soll verkauft werden. Die Stadt möchte das AZ an seinem jetzigen Standort abreißen und beansprucht das Areal für das Prestigeprojekt „Parkstadt Süd“. Die Kommunikation über den Erhalt der Projekte findet mit den Betroffenen des Wagenplatzes nicht statt und das AZ bezeichnet die Gespräche als schwerfällig und schleppend. Uli Rothfuß vom AZ: „Wir haben den Eindruck, es wird eine Strategie des bewussten Verzögerns gefahren und die Verantwortlichen fürchten die längst überfällige gesellschaftliche Diskussion über die Notwendigkeit linksradikaler Orte. Ein Bebauungsplan kann leicht geändert werden – das zeigt auch die Inklusion von Gebäuden wie das neue Stadtarchiv in den gelanten Grüngürtel. Forderungen, auch das Autonome Zentrum in den geplanten Grünstreifen zu integrieren, wurden dagegen nicht einmal ernsthaft diskutiert.“ „Wem gehört die Welt“ existiert seit 29 Jahren und ist der älteste Wagenplatz Kölns. Seit zwei Jahren plant die Stadt Köln den Verkauf des Grundstücks. Trotz wiederholter Aufforderungen der Bewohner*innen ist die Stadt nicht bereit Transparenz für alle Beteiligten zu ermöglichen. Es gibt keine Ansprechperson in den städtischen Behörden, keine klare Zuständigkeit, kein Entgegenkommen. Die Stadt Köln will auf Kosten der Bewohner*innen das Gelände verkaufen, um ihre Versäumnisse einer miserablen Wohnungs- und Kulturpolitik der letzten Jahre damit auszugleichen. „Wir hegen keinerlei Umzugspläne. Trotzdem schafft die Stadt gerade Fakten. Doch wir fordern: Kein Verkauf vom Wagenplatz & die Anerkennung unserer Lebensform – hier und überall!“ sagt eine Bewohnerin des Wagenplatzes.

KÖLN IM GLOBALEN TREND UNSOZIALER VERHÄLTNISSE:
Somit wird deutlich: Der Umgang mit dem Autonomen Zentrum und dem Wagenplatz „Wem gehört die Welt“ reiht sich ein in einen besorgniserregenden globalen Trend. „Wir stellen die bundesweite Entwicklung von Verdrängung unkommerzieller Orte zugunsten kapitalistischer Logik fest,“ so Clara Fall vom RABAZ-Komitee. „Wichtige Freiräume und Projekte werden ohne Skrupel zugunsten zahlungskräftiger Unternehmen wegrationalisiert, die Mieten in vielen deutschen Großstädten sind in den vergangenen Jahren um häufig mehr als 50% gestiegen. Kurz gesagt: ein Leben in den Städten können sich nur noch die leisten, die das notwendige Geld dafür besitzen.“

Dagegen will das AZ und der Wagenplatz ein deutliches Zeichen setzen.

Weitere Infos gibt es auf der Homepage von RabAZ www.az-koeln.org/rabaz/ und bei Facebook unter https://www.facebook.com/events/583271548786260/

Pressemitteilung
Köln, 19.09.2018

PM: Demonstration für den Hambacher Forst „Bässe statt Bagger“

Kölner Musik- und Kultur-Kollektive rufen Samstag, den 1.9., zum Protest gegen die drohende Rodung des Hambacher Forsts auf. Die Demonstration wird sich ab 15.30 Uhr vom Ebertplatz Richtung Friesenplatz hin zum Grüngürtel bewegen und macht mit lauter Musik und umweltpolitischen Reden auf das aktuell viel diskutierte Thema aufmerksam.

„Das Klima wandelt sich gerade, die Kohlekomission tagt, RWE will roden und baggern, Aktivist*innen besetzen Bäume, die Polizei fährt Großeinsätze – und was macht ein Großteil der Kölner*innen genau jetzt?! Nichts!“

sagt Ronja Radic, Sprecherin der Kollektive, und begründet damit den laut geplanten Demozug mitten durch die Kölner Innenstadt, der auffallen und informieren soll.

Während ganz Deutschland über den Kohle-Austieg spricht, erweitert der Energiekonzern RWE das Rheinische Braunkohlerevier und plant dafür die Rodung des 12.000 Jahre alten und zu seinem Schutz besetzten ‚Hambis‘. Das stößt bundesweit auf Ablehnung, Unverständnis und Protest – nicht nur auf Grund umweltpolitischer Gründe sondern auch weil die Rodungsvorbereitung mit anhaltenden Polizeieinsätzen gegen die
Umweltaktivist*innen verbunden ist. Radic sagt:

„Zum einen geht uns das Klima immer alle etwas an, zum anderen fühlen wir uns mit dem was gerade im Hambacher Forsts passiert auch thematisch sehr verbunden.“

Der Zusammenschluss verschiedener Kölner Kollektive setzt sich für das Wahren urbaner Freiräume und das Gestalten unkommerzieller, subkulltureller Kunst- und Musikveranstaltungen ein. Radic sagt:

„Überall da wo uns Raum zur freien und nachhaltigen Nutzung einfach genommen und so gewaltsam einer profitorientierten Aneignung unterliegt, überall da stehen wir auf und werden laut – für Kölner Freiräume genau so wie für den Schutz des Hambis!“

Die Veranstaltung und weitere Informationen bei Facebook: https://www.facebook.com/events/1023503384497238/ oder via Twitter unter dem Hashtag #HambiBleibt

PM: Nach OB-Reker-Besuch: Agora Köln e.V. unterstützt AZ

Unerwartete Hilfe erhält das AZ aus der Kölner Stadtgesellschaft. Agora Köln, die Organisation u.a. des Tags des guten Lebens in Köln, fordert in einem öffentlichen Statement [1] von der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, den konstruierten Widerspruch zwischen Parkstadt Süd und dem AZ Köln aufzugeben. Henriette Reker war erst kürzlich im Autonomen Zentrum Köln zu besuch und überzeugte sich von den sozialen und kulturellen Projekten am Standort, der im Plangebiet „Parkstadt Süd“ liegt.[2] Bereits 2017 verabschiedete die Bürger_innenschaft im kooperativen Werkstattverfahren eine Resolution für den Erhalt des AZ [3].

Im Offenen Brief von Agora Köln an die Oberbürgermeisterin heißt es, „auch ein Verbleib des AZ am Standort an der Luxemburger Straße muss kein Widerspruch zur Entwicklung der Verlängerung des Grüngürtels sein – denn dies bietet aus unserer Sicht auch eine Reihe von Vorteilen.“ Neben
positiven Effekten für die Parknutzenden („das AZ schützt vor Lärm- als auch die Schadstoffbelastung“) weist Agora darauf hin, dass das AZ unmittelbar zur Belebung des Parks beiträgt („Anlaufpunkt im Entrée der Grünfläche, der diese belebt und diese auch in den Wochenend- und Abendzeiten zu einer aktiv genutzten Fläche“). Auch dass das AZ sich den
Bürger_innen weiter öffnen kann wird von den Verfassenden positiv hervorgehoben und dass das AZ zum Stadtarchiv einen konzeptionell interessanten Kontrapunkt setzt: „Historie und Bewahrung auf der einen Seite, Aufbruch und Veränderung auf der anderen.“ Dass die Stadt derzeit weitere Flächen und Gebäude untersuche, um dem AZ einen Alternativstandort anzubieten, lehnt Agora mit dem Argument ab, hier lieber andere Initiativen vorzusehen, die – anders als das AZ – noch auf der Suche nach Standorten sind.

In der Agora Köln bringen sich das ganze Jahr über hunderte Menschen aktiv ein – Student_innen, kreative Freiberufler_innen, Angestellte, Rentner_innen kommen in den Stadtvierteln und in unseren Projekten als Helfende zusammen. Die von Bürger_innen für Bürger_innen mitgestaltete thematische Arbeit, wie dem alternativen Verkehrskonzept “Verkehr des guten Lebens”, wird breit in der Stadt und in Fachkreisen wahrgenommen. In den Veedeln vor Ort begleiten und betreut Agora innovative Nachbarschaftsprojekte – wie den Boulevard Ehrenfeld. In politischen Ausschüssen und Dialogforen bringt Agora nach eigenen Aussagen „einen frischen, konsequenten Blick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung ein.“

Bereits beim Werkstattverfahren der Stadt Köln vor knapp einem Jahr solidarisierte sich die Bürger_innenschaft mit den Autonomen. Die Resolution aus dem Werkstattverfahren „Parkstadt Süd“ 2017 ist hinter diesem Link dokumentiert:

Quellen und Hinweise:
[1] Agora Köln, Statement 08/2018:
http://www.agorakoeln.de/2018/…/quo-vadis-autonomes-zentrum/
[2] PM zum Besuch von OB Henriette Reker
[3] Link: Beteiligungswerkstatt Parkstadt Süd, 07/2017, Resolution derBürger_innenschaft

Pressemitteilung,
Köln, 06.08.2018

Autonomes Zentrum Köln