Nachttanzdemo: Bericht und Auswertung

Köln: Am Samstag, den 02.02.2013 demonstrierten ca. 1.500 Menschen, unterstützt durch 4 Soundsystems, für den Erhalt des Autonomen Zentrums Köln Kalk und nahmen sich, diesmal noch tanzend, die Straßen der Kölner Innenstand. Die Demo solidarisierte sich mit der Kampagne „Wake Up, Jump In, Get Wild“ zur Unterstüzung selbstverwalteter Räume weltweit und thematisierte fehlenden Wohnraum und steigende Mieten in Köln sowie die möglichen Schließungen sozialer Projekte aufgrund des desolaten städtischen Haushalts.

Wir denken, dass die Demo als ein klares Signal bei der städtischen Politik angekommen ist: das AZ in Kalk ist längst Teil dieser Stadt und nicht mehr aus ihr wegzudenken, geschweige denn wegzuplanen.

Gerade in der jetzigen Situation, in der die städtische Politik erneut alle Gesprächsangebote seitens des AZ verweigert und stattdessen, wie sich jetzt deutlich zeigt, hinter verschlossenen Türen den „Zeitplan“ für die Kündigung und Räumung des AZ bespricht, hat diese Demo gezeigt, dass wir viele sind denen das AZ eine Herzensangelegenheit ist und das wir unsere eigene Öffentlichkeit schaffen können. Eine Räumung des AZ sollte sich die Stadt deshalb gut überlegen.

Zum Ablauf der Demo

Bereits bei der Auftaktkundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz waren wir schon deutlich über 1.000 Menschen. Neben den anwesenden Pressevertreter_innen wurde der Demoauftakt ebenfalls von vielen Menschen auf der nahen Domtreppe und dem höher gelegenen Domvorplatz beobachtet. Nach einem kurzen Live-Konzert eröffnete ein an den Demo-Aufruf angelehnter Redebeitrag des AZ die Kundgebung, wobei insbesondere auf die aktuelle Situation des AZ eingegangen wurde.

Es folgte ein Redebeitrag der Genoss_innen von DU.I.Y. (DU it yourself), der Kampagne für kulturelle und soziale Freiräume in Duisburg, die in diesem Jahr noch von sich hören lassen wollen. Nach einem Jingle zum Awarenesskonzept während der Demo ging es dann vom Bahnhofsvorplatz mit vier Soundsystems Richtung City, quer durch zwei Einkaufsstraßen. Entlang der Strecke und innerhalb der Demo wurden rund 1.300 AZ-Programmflyer mit integriertem Aufruf zum schwarzen Februar verteilt und waren bereits beim Erreichen der Ringe kurz vor der ersten Zwischenkundgebung vergriffen.

Am Rudolfplatz gab es die erste Zwischenkundgebung mit einem Beitrag der Kampagne LiZ für ein Libertäres Zentrum in Bonn, und einen weiteren Beitrag zum AZ Köln mit zahlreichen Soligrüßen an diverse bedrohte Freiräume und Squats weltweit.

Die Tanzparade zog daraufhin weiter über die Ringe zum Salierring, wo eine zweite Zwischenkundgebung zur Situation der Squats in Griechenland gehalten wurde. Vor Beginn der Rede wurde – unter Begleitung von reichlich Pyrotechnik – als Gruß an die Genoss_innen in Griechenland ein fünf Meter langes Transparent mit der Aufschrift „Hände weg von unseren Häusern“ auf griechisch und deutsch von dem Balkon eines Hausprojektes gelassen. In dem folgenden kämpferischen Redebeitrag wurde insbesondere die massive und gezielte Räumungswelle teilweise Jahrzehnte lang  bestehender Projekte in diversen Städten Griechenlands und die begleitende Repression thematisiert.

http://www.flickr.com/photos/agfreiburg/8440481047/in/set-72157632671516075/

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Nach kurzen Sprechchören ging die Tanzdemo weiter, wobei es bereits nach der nächsten Straßenecke zu einer heftigen Auseinandersetzung mit der begleitenden Polizei kam.

 Repression

Bereits zuvor gab es einen kurzen Zwischenfall mit vermutlich betrunkenen „Fussballfans“, von denen anscheinend einer einen Hitlergruß zeigte. Es dauerte eine Weile, bis die behelmten Polizeibeamt_innen einsahen, dass nicht die anwesenden Antifas, sondern die Betrunkenen festzuhalten waren – nicht jedoch ohne entsprechende Personalienfeststellung.

Bei dem weiteren Vorfall kam es – dem Vernehmen nach – in der recht schmalen Straße Am Duffesbach zu einem Zugriffsversuch von zivilen Polizeibeamten, der jedoch vereitelt wurde.

Durch von hinten nachstürmende Polizist_innen, die ihre Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzten, kam  es in der Demo zu mehreren Verletzten. Durch dieses unkontrollierte Attakieren wurde selbst der Einsatzleiter der Polizei durch seine eigenen Leute verletzt.

Sofern es in dieser Situation oder in der Folge zu Personalienfeststellungen gekommen ist und evtl. zu Anzeigen durch die Polizei kommt, raten wir allen Betroffenen, sich bei uns oder dem Kölner Ermittlungsausschuss zu melden und dort frühzeitig Hilfe und Beratung einzuholen. Lasst Euch nicht von der Polizei zu irgendwelchen (unvorsichtigen) Aussagen verleiten und versucht nicht möglichen Ärger alleine durchzustehen.

Solidarität ist unsere Waffe!

Don’t mess with the wild!

Nach einer kurzen Verschnaufspause konnte die Demo fortgesetzt werden und schon bald wieder mit viel Bass quer durch die Kölner Partymeile zum Neumarkt ziehen, wo sich die Soundsystems auf dem Platz verteilten und noch einmal musikalisch einheizten. Dort folgte ein Redebeitrag der Genoss_innen des SJZ Siegburg, sowie eine kurze Abschlussrede des Autonomen Zentrums, bevor die Veranstaltung um ca. 22 Uhr wie geplant endete.

Fazit und Ausblick

Wir sind insgesamt davon überzeugt, dass die Demo ihren Zweck, eine eigene Öffentlichkeit für die Situation des Autonomen Zentrums zu schaffen und auch die verantwortlichen Politiker_innen erneut zum Nachdenken anzuregen, nicht verfehlt hat. Wir denken auch, dass der schwierige Mix aus Tanzdemo und inhaltlichen Beiträgen weitestgehend geglückt ist.

Einen großer Dank geht von uns nochmal an alle, die an der Nachttanzdemo mitgewirkt und teilgenommen haben. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, in denen unsere Demo-Awarenesstruktur tätig wurde haben wir die Atmosphäre auf der Demo als sehr positiv und motivierend wahrgenommen.

 

Die öffentliche Berichterstattung in Folge der Demo zeigt, dass die Verantwortlichen in der Stadt ihre Pläne, den Vertrag des  AZ zu kündigen, hinter verschlossenen Türen weiter vorantreiben. Das bedeutet für uns, dass wir auch weitere Male auf die Straße gehen werden, bevor es hier zu einem Einlenken kommen wird. Diese Demo war auf jeden Fall ein toller Auftakt!

 

Kein Tag ohne Autonomes Zentrum

 

Weitere Demoeindrücke

 

Fotos

https://secure.flickr.com/photos/strassenstriche/sets/72157632671976519/with/8438838999/
https://secure.flickr.com/photos/molofoto/sets/72157632681959750/
https://secure.flickr.com/photos/agfreiburg/sets/72157632671516075/

 

Videos

Mobiclip: http://youtu.be/g7B3SOHMQ2w
Demobericht: http://youtu.be/avQBFlNqJPY
Transpiaktion: http://youtu.be/LIa6UpI6Z_0

 

Demoberichte

http://allgemeinessyndikatkoeln.blogsport.de/2013/02/03/tanzdemo-fuer-freiraeume-und-wohnraum/
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18732
http://www.ksta.de/kalk/demonstration-tanz-fuer-autonomes-zentrum,15187508,21627234.html

Nachttanzdemo 2.2. 16h Hbf Köln

Am Samstag ist es endlich soweit und die Nachttanzdemo startet unter dem Motto Don’t mess with the wild! Kein Tag ohne! ab 16:00 Uhr vom Bahnhofsvorplatz.

 

Hintergrund

Seit fast 3 Jahren existiert das Autonome Zentrum in Köln-Kalk, ein Ort für unkommerzielle Kunst, Kultur und autonome Politik.

Nun will die Stadt Köln den Vertrag für das Haus ersatzlos kündigen und droht mit der gewaltsamen Räumung — um dort einen Grünstreifen anzulegen. WTF?! Das werden wir nicht zulassen. Expect resistance.

Als ersten Vorgeschmack laden wir Euch ein, gemeinsam durch die City zu tanzen und wild & laut zu zeigen, dass wir für das Haus kämpfen werden. Wir sind viele, und wir werden uns auch in der Zukunft unsere Räume in der Stadt nehmen.
[Aufruf]

(english version)

The Autonomous Centre in Köln-Kalk is existing since almost 3 years as a space for uncommercial art, culture and autonomous politics.

The city now aims to cancel the usage contract for the building and treatens with violent eviction – in order to construct a park. WTF?! That we won’t let happen. Expect resistance.

As a first appetizer we invite you to dance with us through the city, wild and loud, to show that we are going to fight for our AZ. We are many, and we are going to reclaim our spaces in this city, now and in the future.

Demo

Start- und Sammelpunkt: Sa. 02.02.2013, 16h @ Köln Hbf/Bahnhosvorplatz

Am Anfang wird es eine Auftaktkundgebung zur aktuellen Situation zum Autonomen Zentrum Köln geben. Außerdem einen Kurzaufruf zur „One Billion Rising“ – Demo am 14.02.2013 in Köln und zwei angefragte Redebeiträge aus Duisburg von der Kampagne Du it yourself! und zu den aktuellen Haushaltskürzungen im Sozialbereich der Stadt Köln.. Zudem wird es auf dem Bahnhofsvorplatz einen Live-Act von Culture Jam geben.

Danach werden wir uns tanzend mit vier Soundsystems (Aesthetik & Zerstoerung, Bässe aller Welten, Culture Jam und diverse DJanes und der Kampagne LIZ Bonn mit Lucha Amada und dem Tortuga Soundsystem) Richtung Innenstadt bewegen.

Auf einer ersten Zwischenkundgebung am Rudolfplatz wird eines einen Beitrag der Kampagne für ein Libertäres Zentrum in Bonn geben und bei einer zweiten am Salierring einen Redebeitrag im Zuge der Kampagne Fight Now! zu der aktuellen Situation unserer Griechischer Genoss_innen geben, deren Squats gerade massiv von einer Räumungswelle bedroht sind. Danach geht es weiter zum Neumarkt, wo bis um 22:00 Uhr unsere Abschlusskundgebung stattfinden wird.

Die genaue Route findet ihr hier:

Größere Kartenansicht

Mobi

Material

In diesem Sinne auf viele weitere Jahre Autonomes Zentrum Köln!

rave the streets, reclaim the city, squat and defend – AZ bleibt!

 

Kundgebung gegen die Eröffnung der VS-Austellung “Braune Falle”

Friedrich, Maaßen, Albers – Märchenstunde zum Thema „Engagement gegen Rechts“

Das Bündnis „Verfassungsschutz auflösen!“ ruft für den 29.10.12 unter dem Motto „Verfassungsschutz auflösen – Rassismus bekämpfen!“ zu einer Kundgebung in Köln-Kalk vor dem Polizeipräsidium Köln auf.

Am 29.10. soll im Polizeipräsidium Köln die Ausstellung „Die Braune Falle… eine rechtsextreme Karriere“ gezeigt werden. Eröffnet wird die neu überarbeitete Ausstellung von Bundesinnenminister Friedrich, Polizeipräsident Albers und dem neuen Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen.

Der Zeitpunkt der Ausstellungseröffnung ist nicht zufällig gewählt, denn nahezu täglich sorgen neue Details über die Verstrickung des VS und anderer Sicherheitsorgane in die Morde des rechtsterroristischen NSU für Schlagzeilen. Verfassungsschutz, Polizei und politisch Verantwortliche wollen mit dieser Ausstellung den Eindruck erwecken, dass sie alles tun, um „den braunen Sumpf“ trockenzulegen. Das Gegenteil ist der Fall: Verschiedene Ebenen in den Verfassungsschutzämtern unterstützten das Umfeld des NSU mit bezahlten V-Männern und -Frauen, die z.B. Sprengstoff oder auch Waffen an den NSU lieferten.

Auch der Kölner Polizeiführung kann in Sachen Bekämpfung der extremen Rechten nur Totalversagen attestiert werden. Nach dem Bombenanschlag in der Keupstrasse leugneten sie jahrelang die rassistischen Hintergründe der Morde und machten die Opfer darüber hinaus zu Tätern, indem sie ausschließlich in Richtung organisierter “Ausländer-Kriminalität” ermittelte. Beispielsweise mussten Angehörige eines Opfers neunmal als Verdächtige bei der Polizei erscheinen und verletzte Anschlagsopfer wurden gezwungen DNA-Proben abzugeben. Diese Maßnahmen fanden im jenem Polizeipräsidium in Köln Kalk statt, in dem jetzt die Ausstellung stattfinden soll. Auch in jüngster Zeit zeigte die Kölner Polizeiführung unter Polizeipräsident Albers, was sie unter „Engagement gegen Rechts“ versteht: Die Aufmarschwege von Rassisten und Nazis unter allen Umständen zu gewährleisten, damit sie ungestört ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten können. Jenseits jeder Verhältnismäßigkeit werden ganze Stadtviertel abgesperrt und damit Einwohner_innen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Jeglicher antifaschistischer Protest in Sichtweite wird dadurch unmöglich gemacht. Allein innerhalb des letzten Jahres wurde Köln-Kalk drei Mal hermetisch abgeriegelt, damit ein kleines Häuflein Rechter durch die Straßen ziehen konnte. Konsequenzen hatte bisher weder das Handeln der Geheimdienste, noch die rassistische Ermittlungspraxis der Polizei. Stattdessen versuchen sie sich jetzt mit einer solchen Ausstellung ihr Negativimage reinzuwaschen.

Das wollen wir nicht unwidersprochen hinnehmen und rufen dazu auf, gegen diese zynische Propagandaveranstaltung zu protestieren. Die einzig richtige Konsequenz, die man aus den Machenschaften von VS und anderen Sicherheitsbehörden ziehen muss, ist die Auflösung des VS und aller Geheimdienste.

Wir rufen ebenfalls dazu auf, sich an der Demo „VS Auflösen – Rassismus bekämpfen “ am 10.11. in Köln Chorweiler (14 Uhr Pariser Platz) zu beteiligen.

http://vsaufloesen.noblogs.org/

Never forget – Never forgive

– IN GEDENKEN AN DIE POGROME VON ROSTOCK LICHTENHAGEN IN DEN TAGEN VOM 22 BIS 26.8.1992 –

Im August 1992 wurde in Rostock-Lichtenhagen während tagelangen rassistischen Ausschreitungen ein Flüchtlingswohnheim, in dem sich über hundert Menschen aufhielten, unter Beifall der Bevölkerung mit Brandsätzen angegriffen. Während dieser Zeit griff die Polizei nicht ein. Erst als Antifaschist/innen es geschafft hatten die faschistischen Angreifer in ihren Attacken auf das Haus und die sich darin befindenden Personen zu stoppen, schritt die Polizei ein um die Antifaschistischen Genoss_innen festzunehmen.Wir werden nichts vergessen! Wir werden weiter gegen den rassistischen Normalzustand ankämpfen!

Kommt am Mittwoch den 22.8 um 20 Uhr in AZ-Kino und schaut gemeinsam mit uns eine Dokumentation über die Pogrome in Rostock Lichtenhagen

Antifaschistische Jugend Köln und Antifa 103

 

Demo zum Erhalt des Autonomen Zentrums Aachen

09.08.2012 18:00 Uhr Vorplatz AZ Aachen

Wir, der Verein „Freunde unabhängiger Kultur in Aachen“, betreiben seit nunmehr 20 Jahren im Bunker unter dem ehemaligen Gesundheitsamt in der Hackländerstraße, das Autonome Zentrum Aachen. Dort finden soziale und kulturelle Veranstaltungen sowie Projekte einen Raum. All das organisieren wir basisdemokratisch und ehrenamtlich, das heißt unbezahlt. Uns ist bekannt, dass die Stadt Aachen als Besitzer seit längerem versucht, das Gelände zu verkaufen. Wir hatten einen gemeinsamen
Besichtigungstermin mit Vertretern der IPEM AG, welche derzeit ein Projekt für die Hotelkette „A&O HOTELS and HOSTELS Holding AG“ entwickeln. Ihre Pläne sind sehr konkret und Kaufverhandlungen mit Stadt und Verwaltung sind schon in kürzester Zeit geplant. Nach dem Verkauft würde uns maximal nur noch die Hälfte der Fläche zur Nutzung zur Verfügung stehen. Durch die Privatisierung des AZs in Kombination mit dem Gesundheitsamt, würde sich die Stadt Aachen aus der Verantwortung, Räume für unabhängige und alternative Kultur zur Verfügung zu stellen, stehlen. Durch den Wegfall dieser Räumlichkeiten müssten wir etliche Projekte einstellen. Das autonome Zentrum bietet schon jetzt nicht genug Platz für alle Projekte, die diesen Raum benötigen. Das AZ wird sich aufgrund dieser geplanten Veränderungen nicht weiter unabhängig finanzieren können. Wir verstehen die Pläne daher als massiven Einschnitt in unsere Unabhängigkeit und letztlich in unser Weiterbestehen.
Unsere Forderung:

Das AZ bleibt städtisch!
Das AZ bleibt in seinem Raumumfang zu einhundert Prozent erhalten!

Also kommt zur Demo und helft dabei, unser Anliegen in der Öffentlichkeit publik zu machen. Wir brauchen euch und Aachen braucht sein Autonomes Zentrum, und zwar so wie es ist!

Sammelabschiebung stoppen

ALARM +++ 1.AUGUST +++ SAMMELABSCHIEBUNG SERBIEN ++

Kaum ist das Noborder Camp vorbei beginnen auch schon wieder die Sammelabschiebungen. Während des Camps hatte die Landesregierung darauf verzichtet, wohl aus Angst vor zuviel Öffentlichkeit.

Der nächste Abschiebe-Sammelcharter wird vorraussichtlich am Mittwoch 1.August 2012 vom Flughafen Düsseldorf los gehen. Ziel ist Serbien, Betroffen sind u.a. Roma und andere Minderheiten aus Ex-Jugoslawien.

Kommt zum Flughafen:
8 Uhr Gate F (bei Tor 36)
– Solidarität mit den Betroffenen http://www.duesseldorf-international.de/dus/lageplaene
10 Uhr Terminal B – Lautstark und unberechenbar gegen Abschiebung.
Bringt eure Transparente, Flyer, Ideen mit.
Seid eigenverantwortlich und selbstorgansiert. Seid kreativ und spontan. Protest läßt sich nicht verbieten!

Abschiebungen stoppen!
Profiteure sollen keine Ruhe haben!
Abschiebeflieger auf den Schrotthaufen!

Die letzten Male hat Air Berlin bereitwillig ihre Flugzeuge für die häufig Frontex koordinierten „Rückführungen“ zur Verfügung gestellt. Der Flughafen Düsseldorf ist ein wichtiger Standort für Air Berlin und überzogen mit Werbung dieser Gesellschaft. Es ist Sommer und Hauptreisezeit.

Während dem Noborder Camp gab es eine große Demonstration am Flughafen Düsseldorf. http://media.de.indymedia.org/images/2012/07/333018.jpg. Die Polizei und der Flughafen Düsseldorf versuchten mit einem Großaufgebot die Demonstration weitestgehend vom normalen Flugpublikum fernzuhalten und die Schalter von Air Berlin vor dem Protest zu „schützen“. Als Begründung dienten Sicherheitsbestimmungen des Flughafens. Gelb-schwarze Bänder sollten die „Protestzone“ markieren, abseits der
Tourist_innen und unsichtbar gemacht. Doch Protest läßt sich weder in Zonen einteilen noch verbieten. Kommt zum Flughafen! Seid kreativ! Der Flughafen ist groß.

Sammelabschiebungen sind ein perfides System, bei dem es den Betroffenen unmöglich gemacht werden soll Widerstand zu leisten. Im Flugzeug sitzen Bundespolizei und Mitarbeiter_innen der Ausländerbehörden. Weitere Zeug_innen soll es nicht geben. Doch egal ob in den Kosovo, nach Mazedonien oder Serbien, nach Nigeria oder sonst wohin. Abschiebungen bedeuten Gewalt und Leid für die Betroffenen. Niemand hat das Recht einen Menschen zu verschleppen, auch nicht der Staat.

Es gibt viele Akteure und Profiteure.
Die Zentrale Ausländerbehörde Bielefeld (ZAB Bielefeld) ist für die Organisation der Sammelabschiebungen aus NRW, Niedersachsen und weitere nördliche Bundesländer zuständig. Die sogenannten „Rückübernahmeersuchen werden jedoch von den lokalen Ausländerbehörden gestellt und dann an Bielefeld weitergeleitet. Jede lokale Ausländerbehörde ist Teil der Abschiebemaschine! Die Betroffenen werden nachts oder am Tag zuvor von der Polizei und den Ausländerbehörden zu Hause abgeholt. In Kleinbussen (9-Sitzer, mit verdunkelten Scheiben hinten), welche zu den jeweiligen lokalen
Ausländerbehörden gehören, werden die Menschen zum Flughafen gebracht. Ein weißer Linienbus aus der ZAB Bielefeld holt Menschen aus dem Abschiebegefängnis Büren ab und bringt sie zum Flughafen.
Solidarität ist gefragt!

Sie haben Angst vor Öffentlichkeit! Den Widerstand auf die Straße tragen – Jetzt erst recht!

In einem Bericht der „AG Rück“ (eine Arbeitsgruppe, in der Ausländerbehörden, Bundespolizei und weitere Beteiligte von Abschiebungen an einem Tisch sitzen) heißt es:
„Vollzugsdefizite – Über die Probleme bei der praktischen Umsetzung von ausländerbehördlichen Ausreiseaufforderungen “: „Interessierte Kreise haben es verstanden, ein funktionierendes länderübergreifendes Netzwerk aufzubauen, mit dem auf allen Ebenen in ihrem Sinne Einfluss ausgeübt wird. Sehr gute Kontakte zu Printmedien und auch zu TV-Sendern werden genutzt, um behördliches Handeln zu desavouieren und als inhuman anzuprangern. …
Rechtsstaatliches Verwaltungshandeln wird hier unter dem Deckmantel vermeintlicher Humanität als etwas „Anrüchiges“ betrachtet. …
Nach den Erfahrungen der Praxis tut sich die Politik oft schwer damit, Rückführungsentscheidungen offensiv zu vertreten, da dadurch in der öffentlichen Meinung ein zumeist negatives Image entstehen könnte. “

JA SUPER! Mit anderen Worten: Die Ausländerbehörden haben Probleme ihre
menschenverachtende Politik zu vertreten! Laßt uns dafür sorgen, dass das
so bleibt!

Widerstand jetzt erst recht! Kommt zum Flughafen oder tragt eure Wut vor die Ausländerbehörden und in die Innenstädte. Stoppt die Abschiebemaschinereie!
Kein Mensch ist illegal!

Kein Mensch ist illegal – Demo in Düsseldorf


Demonstrationen der streikenden Geflüchteten
Samstag 28. Juli 2012 | 18 Uhr Hbf Düsseldorf (Hinterausgang)

Morgen, am Samstag 28. Juli werden bundesweit Demonstrationen der streikenden Geflüchteten stattfinden. Außer in Düsseldorf wird es auch Demonstrationen in Regensburg, Würzburg und Bamberg geben. Schon die letztenTage gab es verschiedenen Aktionen in München und Nürnberg.

Seit Montag, den 19. März 2012 protestieren iranische Geflüchtete in der Würzburger Innenstadt. Weitere Protestcamps wurden inzwischen in Bamberg, Regensburg, Düsseldorf und Aub eröffnet. Seit vier Monaten protestieren damit Geflüchtete für ihre Anerkennung als politisch Verfolgte, gegen Abschiebungen, Lagerunterbringung, Essenspakete und Residenzpflicht sowie für einen uneingeschränkten Zugang zu Arbeit und Bildungsangeboten. Immer wieder traten Betroffene in den Hungerstreik.

Seit Beginn des Streiks versucht Polizei und Stadt den Protest unsichtbar zu machen und die Betroffenen einzuschüchtern. Strikte Auflagen verlagerten das Protest“zelt“ an einen weit abgelegenen Platz, das Aufstellen von richtigen Zelten ist untersagt. Nächtliches stündliches Wecken durch durch die Polizei unter der Vorgabe dies sei eine Mahnwache(!) , es dürfe also nicht geschlafen werden, erübrigt jeden Kommentar.

Als Scharfmacher hat sich besonders der Polizeipräsident Herbert Schenkelberg hervorgetan. Und die Politik schweigt. Auch die Grünen haben nichts anderes als Lippenbekenntnisse zu bieten und haben sogar Protestierende, die für kurze Zeit das Büro der Landeszentrale besetzt hatten mit Strafanzeigen überzogen. Solidarität sieht anders aus! Doch die protestierenden Geflüchteten lassen sich nicht einschüchtern! Sie werden bleiben. Sie haben berechtigte Forderungen und wollen weiterhin ihren Protest auf die Straße tragen.

Zeigt Solidarität. Kommt am Samstag nach Düsseldorf!

Aufruf & Mehr Infos
 

Headerdesign Entwürfe

 

So richtig viele Einsendungen gab’s jetzt noch nicht. Deswegen noch mal die Erinnerung an euch, diesen Artikel noch mal durchzulesen.

Solltet ihr Probleme mit dem Beschnitt von euren Grafiken auf die Größe gehabt haben bieten wir euch an das für euch zu machen. Ladet einfach euer Bild irgendwo hoch (zum Beispiel hier – Verkleinern auf 1024×768 auswählen) und schickt uns den Link an unsersquat(ät)riseup.net

 

Gab dann doch ne Menge. Hier sind alle noch mal chronologisch aufgeführt.

Einsendungen:

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