Hysterie* wegen Sprenung durch Autonome in Köln

Der Besuch von 50 nicht vermummten aber durchaus verärgerten Autonomen genügt, um bei cirka 20 Besserverdienenden Immobilienbesitzenden und Wohlstandslinken jede Dialogbereitschaft über Bord zu werfen.

Es bestand gar nicht erst der Versuch darin, den Grund des Unmuts zu verstehen, bei jenen, die bloß kamen zur Samstag morgendlichen Unterhaltung. Das Programm versprach die städtische Obrigkeit auf der Bühne samt überbezahlter Architekturschar. Jene, denen Begriffe wie etwa „Entdeckerhain“ zu (von Rollrasen umgebenden) Betonklötzen einfallen; dort wo es freilich nicht mehr zu entdecken gibt, was zuvor von ihrem schweren Gerät platt gewalzt worden ist. Ob der Weg links um den Baum führt oder doch eher rechts herum sollten Fragen sein, die besprochen werden durften befand die Stadt Köln und Fürst Eifelwall vom Grünflächenamt.


Die in ihrem Gebäude bedrohten Aktivist_innen des Autonomen Zentrums sollten auf keinen Fall Thema sein. Dabei würden sie gerne links vom Baum und Weg stehen bleiben wollen. Weder davon, noch von ihren Ideen eines zu entdeckenden grünen Innenhofes und ökologisch wertvoll begrünten Dächern, sollte hier irgendeine Rede sein. Als die Mehrheit im Saal forderte, dies dann aber doch auch diskutieren zu wollen, gingen die Fürstentümer der Verwaltung beleidigt und gemeinsam mit den bauchlinken Leberwürsten fluchtartig nach draußen. Im Gefolge der rasende Reporter des städtischen Anzeigers, der bereitwillig aufnahm was ihm mitgegeben worden war: Die Sprengung der Veranstaltung!

 

*Content Warnung wegen Übergriffigkeit/Vergewaltigung zu einem unserer Postings im Rahmen unserer #AZbleibt-Kampagne.

Um die Berichterstattung des Kölner Stadt-Anzeigers und den Umgang einzelner Bürgerinitiativen mit unserer Kritik an der Stadt zu beschreiben wurde unreflektiert der Begriff „Hysterie“ verwendet.

Hierfür entschuldigen wir uns und haben uns entschieden über den Begriff aufzuklären.

Unter Hysterie wird bzw. wurde eine neurotische Störung verstanden, die unter anderem mit oberflächlicher, labiler Affektivität und einem hohen Bedürfnis nach Geltung und Anerkennung einhergeht.
Schon in antiken Beschreibungen sprach man von Hysterie als Frauenkrankheit, man ging damals davon aus, dass die Gebärmutter, wenn sie nicht regelmäßig mit Samen (Sperma) gefüttert werde, im Körper suchend umherschweife, bis zum Herzen aufsteigen könne und sich dann sogar am Gehirn festbeiße. Dies führe dann neben weiteren Krankheitssymptomen zum typischen „hysterischen“ Verhalten. Angebliche Krankheitssymptome waren bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie z.B. Ichbezogenheit, Geltungsbedürftigkeit, Kritiksucht, Unreflektiertes Verhalten, etc.
Man entwickelte Behandlungsmethoden, welche noch im frühen 20. Jahrhundert angewandt wurden. Man verheiratete unverheiratete Hysterikerinnen oder brachte die „Patientin“ zum orgasmus, um sie dadurch zu „beruhigen“ bzw. durch regelmäßigen Geschlechtsverkehr Schmerzen zu lindern.
Erst in den 1980er-Jahren bekamen viele kritische Auseinandersetzungen mit dem Konzept der Hysterie Gehör, mit dem Ergebnis, dass der Begriff aus der medizinischen Fachsprache gestrichen wurde.
In der Umgangssprache lebt der Begriff Hysterie jedoch weiter. Damit meint man einen Menschen oder ein Verhalten, das durch Theatralik, übertriebene Emotionalität und einen übertriebenen Ausdruck von Gefühlen (teils mit sexuellem Anstrich) gekennzeichnet ist.
Und gerade dieses Verhalten wird FLTI*s (FrauenLesbenTransInter) oft vorgehalten. Wir werden gefragt ob wir unsere Tage hätten und deshalb so „emotional/aggressiv/dramatisch/genervt“ seien, uns wird Kritik abgesprochen weil wir sie zu emotional vortragen, wir werden aufgrund von Emotionen nicht ernst genommen, uns wird ein zu hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit vorgeworfen und wir würden Handlungen nicht genug überdenken.
Das ist nur eine kurze Erklärung dazu warum Hysterie/hysterisch keine Begriffe für emanzipatorischen Sprachgebrauch sein sollten. Im Internet finden sich unzählige kritische Auseinandersetzungen mit dem Begriff.

Zu Dokumentationszwecken haben wir uns entschieden den Posting zu ergänzen, ihn nicht zu löschen oder dergleichen.

Hysterie* wegen Sprengung in Köln nach #AZbleibt-Protest im KSTA: Der Besuch von 50 nicht vermummten aber durchaus…

Gepostet von Autonomes Zentrum Köln am Montag, 3. Dezember 2018

Gentrifizierungskarte Köln veröffentlicht

Zusammen mit der Stadtpolitische Vernetzung haben wir die #Gentrifizierungskarte Kölns erstellt. Die Karte macht deutlich, an welchen Orten die Stadtentwicklung eine Stadt-Fehl-Entwicklung ist und in welchen Bezirken Kölns welche Probleme überwiegen. Wir haben uns unter anderem in Chorweiler, Sülz, Kalk und dem Kölner Westen in Widdersdorf umgehört.

Für Köln-Mülheim findet am 30. August 2018 eine #KritischeStadtführung statt.
https://www.facebook.com/events/271228463657064

#KölnVerplant

Ein Eintrag fehlt?
Die Karte ist interaktiv, so dass auch weitere Einträge folgen können. Bedenkt aber bitte, dass jedes Symbol eine Bedeutung hat. Macht euch bitte vorher mit dem Aufbau der Karte vertraut, damit sie nicht in Chaos stürzt.

An der Karte sind die Bündnispartner_innen der Stadtpolitischen Vernetzung beteiligt gewesen, darunter u.a. Recht auf Stadt – Köln und der Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“.

Uni Köln: Cafe Chaos besetzt

Das Cafe Chaos an der Uni Köln ist besetzt! Zeigt euch solidarisch, verbreitet die Nachricht und kommt ins Café Chaos. Unterstützen könnt ihr auch immer mit Essensspenden oder fragt am Infostand nach wo gerade Unterstützung gebraucht wird. #ChaosBleibt
Nähere Infos gibt es unter http://cafe-chaos.uni-koeln.de/ oder unter https://www.facebook.com/pg/cafechaosss