FLINTA*-Tag

    Häufige Fragen zum FLINTA*-Tag und -Raum (Stand 2023)

FLINTA*-Tag, was ist das eigentlich?
Jeden dritten Samstag im Monat findet im AZ ein Tag statt, der von und für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans- und a-gender Personen gestaltet wird – zum Vernetzen, Diskutieren, Werkeln, Austauschen, Feiern,…
Wir wollen gemeinsam Strategien gegen Unterdrückungsverhältnisse und Herrschaft in der Gesamtgesellschaft sowie dem Autonomen Zentrum entwickeln. Der FLINTA*-Tag ist als Raum für Empowerment ohne cis-Männer gedacht. Das bedeutet, dass Menschen, denen bei der Geburt zugewiesen wurde männlich zu sein und die sich damit auch identifizieren, nicht willkommen sind. Alle „Kinder“ bis 12 Jahren sind gerne willkommen – sowie alle FLINTA*, die älter sind!

Habt ihr Lust, euch mit anderen FLINTA* auszutauschen, auszutoben und zu stärken? Habt ihr das Bedürfnis nach einem politischen Frei- und Schutzraum ohne cis-Männer? Seid ihr interessiert daran, auszuprobieren, wie es ist, sich in einem solchen Raum zu bewegen? Möchtet ihr euch zusammenschließen, emanzipatorische Strategien entwickeln und Pläne schmieden? Habt ihr Lust, das AZ kennenzulernen und Räume zu schaffen und zu gestalten? Möchtet ihr euch in Bereichen ausprobieren, die für euch neu sind und die meist von cis-Männern dominiert werden? Habt ihr die Nase voll davon, sexistische, patriarchale, ausschließende Strukturen linker Räumen zu spüren? Dann kommt wie an jedem dritten Samstag im Monat ins AZ in der Luxemburger Straße. Nicht an jedem FLINTA*-Tag ist das AZ den ganzen Tag geöffnet. Veranstaltungen, die zu einer bestimmten Uhrzeit anfangen, werden im AZ-Kalender angekündigt. Wenn ihr außerhalb von Veranstaltungen vorbeischauen möchtet und keinen Schlüssel habt schreibt am besten vorher kurz an flti-tag.azkoeln@riseup.net, damit ihr nicht vor verschlossener Tür steht.

Riot not diet!

Warum der FLINTA*-Tag niemals ausfallen wird und es keine Ausnahmen gibt
Jeden Monat aufs Neue werden wir gefragt, ob wir nicht eine Ausnahme machen könnten. Nein, denn die Ausnahme vom patriarchalen Alltag ist der FLINTA*-Tag. Leider haben wir seit der Einführung des FLINTA*-Tages 2012 kaum einen gehabt, an dem wir uns nicht mit den Interessen von cis-Männern herumschlagen mussten. Seid so respektvoll unsere Zeit nicht mit weiteren Anfragen zu rauben – wir sind nicht verpflichtet die Existenz des Tages jeden Monat auf Neue zu erklären und verteidigen. Wir weigern uns, uns um die Bedürfnisse von cis-Männern zu sorgen und werden nicht auf weitere Ausnahme-Anfragen antworten!

Warum wurde der FLINTA*-Tag gegründet?
Die Gründung des FLINTA*-Tages wurde von Feminist_innen beschlossen, um im AZ einen Raum für Empowerment zu haben und aus der Hoffnung, einen Ort für Solidarität und Vernetzung zu schaffen. Wie in anderen Projekten auch wollten wir Platz für schöne Erfahrungen haben.
Nachdem der FLINTA*-Raum nach 4 Monaten im AZ mühsam erkämpft werden musste, hat es uns erfreut, dass der FLINTA*-Tag ohne große Hindernisse akzeptiert wurde.

Das AZ ist, genau wie die Gesamtgesellschaft, ein Ort, an dem sexistische Strukturen HERRschen. Auch wenn hier versucht wird, Privilegien zu reflektieren und Solidarität zu lernen, läuft diesbezüglich noch einiges schief. Das im AZ aktive feministische Kollektiv schildert beispielsweise in seinem Selbstverständnis die Zugangshürden, die, vor allem im technischen Bereich, durch cis-männliche Dominanzmuster bestehen.

Feministische Solidarität
Der FLINTA*-Tag und -Raum erklären sich solidarisch und parteilich mit allen Betroffenen sexualisierter und sexistischer Gewalt. Feministische Solidarität, das beinhaltet auch den Kampf gegen Cissexismus, Heteronormativität, Rassismus, Antisemitismus, Klassismus, Ableismus usw, zu unterstützen ist unser Grundsatz. Wer dem nicht zustimmt ist gebeten, dem AZ am FLINTA*-Tag fern zu bleiben und auch den FLINTA*-Raum nicht zu betreten.

Verschiedene Ansätze zur Nutzung des FLINTA*-Tages und -Raumes
Bisher werden die Strukturen verschieden genutzt. Manche möchten einfach die Zeit in Ruhe genießen, ohne Verantwortlickeiten zu übernehmen.
Es gibt aber auch Menschen, die Lust haben selbst Veranstaltungen zu organisieren und die euch gerne dabei unterstützen, eure Ideen praktisch werden zu lassen. Kommt vorbei, schlagt was vor, legt los! Der FLINTA*-Tag ist eine Struktur, die nicht von einer festen Gruppe mit Inhalten gefüllt wird, sondern ein Angebot an alle FLINTA*, aus ihm zu machen, was ihnen gefällt.

Selbstkritik
Wir, die diesen Text schreiben und die FLINTA*-Strukturen oft nutzen, sind überwiegend weiß und cis-geschlechtlich und damit ein ziemlich homogener Haufen. Wir hoffen, dass wir eine Atmosphäre schaffen können, durch die sich das ändert und laden TI*- und FLINTA* of Colour spezifisch ein, sich die Strukturen anzueignen.
Feministische Kritik, die im AZ bisher gefehlt hat, ist die gegen Genitialienbezogenheit im Sinne der Glorifizierung von Vulven oder der Dämonisierung von Penissen. Die Gleichsetzung von Feminismus mit dem Tragen einer Vulva ist transmisogyn und cissexistisch. Bilder von Genitalien gehören nicht zu den Symbolen, die wir im AZ reproduziert sehen wollen.

Warum der FLINTA*-Tag nur der Anfang ist…
Leider ist das AZ, inklusive uns, bisher daran gescheitert, das Projekt zu einem diversen Ort zu machen. Wir erklären uns solidarisch mit anderen Freiräumen, wie dem Women of Color Café im Fatsch.
Immerhin haben wir ein zum Teil barrierefreies Gebäude, vor allem psychische Barrieren werden dennoch u.A. durch Szenecodes, Cliquenverhalten, unreflektierte Verklemmtheit gegenüber „Anderen“ und soziale Normen aufrecht erhalten. Auch am FLINTA*-Tag und im FLINTA*-Raum kann es zu Ausschlüssen kommen – wir möchten uns jedoch die Zeit nehmen dies zu thematisieren und reflektieren und Kritik anzunehmen. Diese Ausschlüsse sind uns nicht egal und wir hoffen, unserem Anspruch in der Praxis gerecht zu werden.