Common Ground: Antisemitismus verstehen zwischen Geschichte und Gegenwart

Antisemitismus wird häufig als individuelle Einstellung einzelner Menschen oder als längst überwundenes Phänomen gesehen. Woher kommt dann aber der gestiegene Antisemitismus, wenn sich kaum jemand selbst als Antisemit*in versteht und die Antisemit*innen scheinbar immer die anderen sind?

Der Vortrag nähert sich dem Phänomen über seine historische Entwicklung: Woher stammen zentrale antisemitische Bilder und Erzählungen? Wie haben sie sich verändert, welche Funktionen erfüllten sie und in welchen unterschiedlichen Formen traten sie auf? Der historische Rückblick soll dabei helfen, auch gegenwärtige Erscheinungsformen des Antisemitismus besser zu erkennen und einzuordnen.

Davon ausgehend geht es um die Frage, welche gesellschaftlichen und emotionalen Bedürfnisse Antisemitismus bis heute bedient und weshalb er sich so beständig erweist. Diskutiert wird auch das Spannungsfeld, in dem Antisemitismus einerseits bagatellisiert oder für überholt erklärt wird, während andererseits Antisemitismus und Antisemitismusvorwürfe politisch instrumentalisiert werden können. Gerade in diesem Zwischenraum entstehen neue Ausdrucksformen, Verschiebungen und Umwege des Antisemitismus.

Im Anschluss an den Input gibt es Raum für Fragen und gemeinsame Diskussion.

Einlass: 17:30
Start 18:00
Ort: AZ Köln

Referent:
Furkan Yüksel ist als freier Referent in der historisch-politischen Jugend- und Erwachsenenbildung im Einsatz. Er arbeitet hauptsächlich zu den Themen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus & Erinnerungskulturen. Seit 2021 ist er Botschafter für das Stuttgarter Projekt „Schalom und Salam“. Aktuell ist er Bildungsreferent zu „Rassismus und Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ bei der Bildungsstätte Anne Frank. Seit 2025 hat er einen Lehrauftrag an der EH Ludwigsburg.


Infos zu der Veranstaltungsreihe findet ihr hier unter az-koeln.org/commonground

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme und möchten mit den Veranstaltungen einen Raum zum Austausch und Dialog schaffen. Wir wünschen uns von allen, die teilnehmen, einen rücksichtsvollen und wertschätzenden Umgang miteinander und insbesondere mit allen Referendierenden sowie die gegenseitige Wahrnehmung von Bedürfnissen und Verletzlichkeiten.

Datum

05. Okt. 2026

Uhrzeit

17:30 - 21:00

Kategorie