Solidarität mit dem Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI)

Kein Tag ohne das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI)

Seit 2003 haltet ihr die Mitarbeiter_Innen und Nutzer_Innen des Instituts für vergleichende Irrelevanz ein ehemaliges Universitätsgebäude besetzt und füllt es Woche für Woche mit universitärem Leben,  welches im Gegensatz zum Alltag an der neoliberalen Lernfabrik Hochschule das Attribut „univers“ im eigentlichen Sinne verdient hat . In Selbstorganisation und abseits von kapitalistischer Vermarktungslogik bereichern die Leute am Ivi die kulturelle und wissenschaftliche Landschaft in Frankfurt und im Speziellen an der Goethe Universität mit einem Veranstaltungskatalog der von Konzerten, die sich die Menschen leisten können , über Seminare, an denen alle teilnehmen können, bis hin zur praktischen Intervention in der Hochschulpolitik durch Studierende.

Für eure Arbeit, die ihr als Experimentallabor im Bereich selbstverwaltete Universität leistet, solltet ihr Preise und ehrfürchtiges Zunicken der Proffesoralklasse erhalten, stattdessen bekommt ihr die Entscheidung über das Ende eures Projekts durch die Presse verkündet. Diese Arroganz und Kurzsichtigkeit der Herrschenden hat System, wir kennen das aus unseren Kämpfen um das AZ nur zu gut.

Wir verstehen eure Situation so:

Ihr seit irrelevant an der kapitalistischen Hochschule und in einer Stadt in der die Macht des europäischen Finanzkapitals konzentriert ist. Aber wem sagen wir das. Viel wichtiger ihr seit inrentabel und noch schlimmer, ihr wollt es sogar sein. Die Franconfurt AG, ein börsenorientierter Immobilieninvestor, der nach eigenen Angaben Immobilien im Frankfurter Westend „sammelt“  macht der Goethe Universität ein unwiderstehliches Angebot, sie kaufen den Kramer Bau im Kettenhofweg 130. Euer Institut ist als Spekulationsobjekt sowohl für die Uni, als auch für den Investor “ mehr Wert“ als im Zustand der Nutzung. Das „Unternehmen Uni“ stößt einen ungenutzten Kostenfaktor ab und kann in neue Bauprojekt investieren, die dem Corporate Design der Uni eher entsprechen als ein selbstverwaltetes Institut. Der Investor hofft im Westend mit Wohnraum und Infrastruktur für Menschen mit viel Geld  Rendite zu machen.

Die spekulativen Unternehmungen solcher Immobilieninvestoren und die komplexen Verflechtungen des globalen Finanzkapitals mit der Immobilienbranche haben nach dem platzen dieser Blasen dazu geführt, dass z.B. in den USA heute Gebäude leer stehen, während die ehemaligen Eigentümer_Innen oder Miter_Innen in Zelten leben müssen.  Das neoliberale Gedankenkonstrukt, welches hinter diesem Unsinn steckt, wird weiterhin an der Hochschule gelehrt und Tag für Tag mit erschreckender Konsequenz im Alltag von Studierenden, Lehrenden und Angestellten reproduziert. Es ist sogar möglich, dass all das, trotz des Wissens um die nicht zu behebende strukturelle Krise des Kapitalismus geschieht, denn andere ökonomische Ansätze und die konkrete Arbeit an einer anderen Welt werden schon lange nicht mehr in den Universitäten vorangetrieben. –Schlicht und ergreifend: es mangelt an Ideen und Mut, es mangelt an Räumen und an Zeit für kritisches Denken.

Wenn ihr sagt: „Wir nehmen uns die Zeit und den Raum für kritisches Denken“, dann tut ihr das einzig Richtige im Falschen. Für nun fast 10 Jahre habt ihr einen Riss aufgebrochen und darin experimentiert. Es lohnt sich weiter zu kämpfen, es ist Zeit wütend zu werden.

Die Arbeit in unseren Zentren und Instituten, auf Wagenplätzen und in Kollektiven ist alles andere als irrelevant für uns, denn durch sie ist eine andere Welt zumindest noch denkbar und in manchen Momenten sogar spürbar.

Wie ihr wisst, sind auch wir in Köln in einer ähnlichen Situation, denn auch das AZ in Kalk ist wieder räumungsbedroht, die politische Klasse Kölns hat die Kündigung unseres Nutzungsvertrags, den sie uns vor noch einem Jahr mit der Drohkulisse von Polizeihundertschaften und Räumpanzern ans Herz gelegt haben, beschlossen. Das Gebäude soll abgerissen werden und einem Grünstreifen weichen. Auch unser Projekt ist irrelevant!

Wir wollen nicht resignieren und aufgeben, wir bleiben und für uns ist ist klar, sie können dieses Haus zerstören, doch nicht die Kraft, die es schuf.

Wir wünschen euch Kraft und Ideenreichtum im Kampf für den Erhalt des Instituts für vergleichende Irrelevanz. Wir empfinden den gemeinsamen Angriff der Hochschule und eines Immobilienfonds auf ein selbstverwaltetes und besetztes Haus in einem der für die Geschichte der Hausbesetzungen in Deutschland wichtigsten Bezirke als einen nicht hinzunehmenden Vorstoß auch in unser Veedel.

Unsere Solidarität soll praktisch werden! Wir haben erfahren, dass die Franconofurt AG auch im Raum Köln nicht untätig ist. Wir bleiben da dran!

Squat the World!
Make it (A) better Place!

Euer AZ Köln Kalk

Aktuelle Infos zum Ivi: http://ivi.copyriot.com/

Nantoka Bar

NANTOKA-BAR (Irgendwie-Kneipe im AZ Köln)

 

Wenn ihr auch einen Abend organisieren wollt oder sonstige Fragen oder Vorschläge habt: nantoka-bar@gmx.net

Umsonstladen

Der Umsonstladen im AZ

Der Umsonstladen ist für jede_n offen, egal wie viel oder wenig Geld mensch besitzt!

Aus dem Umsonstladen könnt ihr Dinge mitnehmen, die ihr braucht. Und ihr könnt Dinge abgeben, die ihr selbst nicht mehr braucht. Das alles funktioniert ohne Bezahlung und ohne direkten Tausch.

Bitte überlegt euch bevor ihr Dinge mitnehmt, ob ihr sie wirklich braucht oder ob jemand anders sie vielleicht besser gebrauchen könnte. Und: die Dinge die ihr aus dem Umsonstladen sind nicht für den Weiterverkauf gedacht!
Wenn ihr Dinge mitbringt, achtet bitte darauf, dass sie brauchbar und sauber sind (fragt euch einfach: „wenn ich es bräuchte, würde ich es mitnehmen?“). Sie sollten auch im Laden gut zu verstauen und nicht zu schwer oder sperrig zum Mitnehmen sein.
Für größere Gegenstände, die nicht im Umsonstladen gelagert werden können oder zu  schwer zum Mitnehmen sind haben wir eine Pinnwand, an die ihr zusammen mit eurer Telefonnummer eure Angebote und Gesuche hängen könnt. An der Pinnwand können auch andere Angebote und Gesuche angehängt werden (zum Beispiel: „ich kann streichen“ oder „wer kann mir Gitarre spielen beibringen?“).

hier PDF zum Ausdrucken

Bike Kitchen Cologne

Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt

Kommt einfach vorbei und nutzt unsere tolle Werkstatt um an euern Rädern zu schrauben oder auch einfach nur andere Leute zu unterstützen und dabei alles zu lernen was es über Fahrräder zu wissen gibt.

Gerade erst gelernt ohne Stützräder zu fahren oder aber selbst schon mal einen eigenen Rahmen zusammengebrutzelt? Egal wie viel ihr wisst oder könnt – die AZ Werkstatt ist der ideale Ort um zusammen mit anderen Fahrradbegeisterten zu basteln und zu experimentieren! Nebenbei wird über die Vorteile von Stahlrädern diskutiert, Radreisen geplant oder die monatliche Fahrraddemo >>>http://www.critical-mass-cologne.de/<<< vorbereitet.

Werkzeug und eine immer größer werdende Auswahl an Ersatzteilen sind vorhanden. Alles was ihr wirklich braucht, ist die Bereitschaft euch selbst die Hände schmutzig zu machen. Wir packen gern mit an und unterstützen euch bei Problemen. Fahrrad abgeben, Kaffee trinken gehen und repariert wieder abholen gibts hier aber nicht!

Wir nehmen auch sehr gerne Spendenräder oder (vermeintlichen) Fahrradschrott entgegen! Es gibt kein Wrack, von dem wir nicht noch wenigstens eine Schraube gebrauchen können, aus den Rohren Lastenräder schweißen oder… oder… oder…

Bei Fragen und allem was ihr sonst noch so an uns loswerden wollt könnte ihr uns über:bikekitchencologne ät riseup.net erreichen.

Öffnungszeiten

Geöffnet haben wir jeden Sonntag von 14:00-20:00 Uhr. Schaut einfach in den Kalender oder hier.